„Die Bildung des eigenen Tons“ Rainer Wieczoreks literarisches Porträt des Musikers Heinz Sauer
Musik entsteht, indem sie gespielt wird. Das Verb „spielen“ aber ist wohl auch ein Beitrag dazu, dass Musik oft nicht wirklich ernst genommen wird. Sie ist eben ein Spiel – für die, die mit und von Musik leben, ist sie jedoch mehr: Lebensinhalt, Lebensunterhalt. Von Hans-Jürgen Linke.
Darum beginnt Rainer Wieczoreks literarisches Porträt des Musikers Heinz Sauer mit der Frage: „Ist es ein Spiel?“Diese Frage zieht sich durch das ganze Buch. Sauer ist einer der wichtigsten Jazzmusiker der deutschen Nachkriegs-Generation. Wieczorek will keine faktengesättigte Biografie liefern. Er bewegt sich vielmehr erzählerisch durch eine Reihe von Schlüsselmomenten: Jahrgang 1932, geboren und aufgewachsen im thüringischen Merseburg als Sohn eines Direktors der Leuna-Werke, die zur IG Farben gehörte. Was auch bedeutet: Kindheit in einer vom Nationalsozialismus stark geprägten Umgebung.
© Frankfurter Rundschau, Kultur, Musik, 14.3.2021
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