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In memoriam Mikis Theodorakis „Weil er sich nicht dem Gesetz unterwerfen wollte“ Von Thorsten Preuß

„Der Ruhm“, hat er einmal gesagt, „ist wie ein schwerer Stein, der mir um den Hals gehängt wurde. Er wird meinem Werk leider nicht gerecht.“ Der Ruhm, der Weltruhm: er kam durch den Film „Alexis Sorbas“, durch jenen Sirtaki, den viele für einen griechischen Volkstanz halten – der aber ganz und gar eine Schöpfung von Mikis Theodorakis ist.

Ebenso wie durch die vielen Lieder, die von Interpreten wie Milva oder Nana Mouskouri zu internationalen Schlagern wurden, die aber im griechischen Original Vertonungen anspruchsvoller Lyrik darstellen. „Damit ein Fremder begreift, was das wirklich bedeutet, müsste er sich vorstellen, dass man jeden Tag Goethe oder T.S. Eliot singen würde – zu Hause, in der Taverne oder während einer Demonstration“, sagt Theodorakis. Über all seinen weltbekannten Melodien wird leicht vergessen, dass der junge Mikis einst bei keinem Geringeren als Olivier Messiaen studiert hatte, dass ein Avantgardist wie Iannis Xenakis zu seinen Freunden zählte. Anders als seine Pariser Kommilitonen unterwarf sich Theodorakis aber nicht den Gesetzen der Neuen Musik, sondern suchte einen eigenen Weg zwischen symphonischer Tradition, behutsam modernen Techniken und folkloristischen Anleihen. Thorsten Preuß erinnert an einen Komponisten, der als Widerstandkämpfer mehrfach dem Tod ganz nahe war und nun im Alter von 96 Jahren verstorben ist.



© BR Klassik, Horizonte, 7.9.2021

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