„Pazifik-Brise“ Der Saxofonist Bud Shank
Seine Musik haben viele gehört, die sich sonst für das Genre Jazz nicht oder nur am Rande interessieren. Der Altsaxophonist Bud Shank verkörperte in seiner Musik das sprichwörtliche West-Coast-Gefühl.
Mit Lothar Jänichen
Clifford Everett Jr., genannt „Bud„, Shank ist als Studiomusiker in den fünfziger Jahren groß geworden. In Kalifornien hatte er Klarinette und Komposition studiert – neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften. Als Altsaxophonist und Flötist u.a. in der Big Band von Stan Kenton sammelte er erste Erfahrungen. Ab Mitte der fünfziger Jahre macht er jedoch Aufnahmen mit eigenem Quartett. Sie wurden zu Standards des West Coast Jazz, der kühlen Entgegnung gegenüber den immer noch wilden Bebop-Soli der Kollegen. Die Nähe zum Pazifik brachte auch eine musikalische Nähe zur lateinamerikanischen Musik. Mit dem Gitarristen Laurindo Almeida brachte Bud Shank Jazz und Samba zusammen, lange bevor man von der Bossa Nova sprach. Ein Markenzeichen bis hinein in die achtziger Jahre, in denen der Saxofonist auf den großen Festivals mir seiner L.A. Four zu hören war – immer getragen von der Leichtigkeit einer Pazifik-Brise.
© WDR 3, Jazz & World, 17.11.2017