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Meilenstein der Moderne (26) Mauricio Kagel: Transición II (1958-59) für Klavier und Tonband

Die Idee des Übergangs, die Klangtransformation, ist zentral für Mauricio Kagels Transición II. Sie ereignet sich auf allen Ebenen der Musik: formal, spiel- und aufnahmetechnisch. Von Leonie Reineke.

Das Klavier wird dabei zum universellen Klang-Körper: Der Pianist erzeugt Clusterklänge durch verschiedene Hand- und Armbewegungen, die den Übergang vom Klang zum Geräusch bilden. Er spielt auf den Tasten, während der Schlagzeuger im Inneren des Klaviers agiert, der Saiten, Resonanzboden und den Rand des Klaviers mit Schlägeln traktiert. Zuspielungen überlagern das Livegeschehen mit bereits Gespieltem, mit einzelnen Passagen, die im Verlauf der Aufführung aufgezeichnet werden. So entsteht ein vielfarbiges Gebäude klanglicher Möglichkeiten eines einzigen Hyper-Instruments.

Das Stück, das wir zu Mauricio Kagels 90. Geburtstag vorstellen, zählt zweifellos zu den Meilensteinen der experimentellen Klaviermusik. Es ist fast eine Art Gegenpol zu Karlheinz Stockhausens Komposition „Kontakte“, die kurz danach (1959-60) entstand und in der zum Teil ganz ähnliche Ziele verfolgt werden.



Mauricio Kagel
Transición II (1958-59) für Klavier und Tonband

© WDR 3, Studio Neue Musik, 26.12.2021

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