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Release Tipp: Frederic Rzewski: Speaking Rzewski – Pieces For Speaking Pianist by Stephane Ginsburgh / Sub Rosa

Der amerikanische Pianist und Komponist Frederic Rzewski ist ein Pionier der Musik für darstellende Pianisten, die bei der Ausführung gleichzeitig spielen und rezitieren. Zwei seiner größten Stücke für diese Pianisten basieren auf ergreifenden Briefen von Gefängnisinsassen.


In „De Profundis“ (1992) verwendet der Komponist einen Teil von Oscar Wildes Abschiedsbrief, den er während seiner Inhaftierung in Reading (Großbritannien) geschrieben hat. Der Brief ist eine lange Reflexion über das Leben im Gefängnis, die Isolation, das Künstlerdasein, die Liebe und den geistigen Wandel. In diesem halbstündigen Stück muss der Pianist nicht nur den Text sprechen, sondern auch verschiedene Aktionen ausführen, wie z. B. pfeifen, Schlagzeug spielen, bellen usw. In seiner eigenen Darbietung zeigt der Komponist eine unglaubliche Stimme, die die Angst vor der Gefangenschaft unterstreicht. © thespeakingpianist.net



In „Coming Together“ (1971) verwendet Rzewski einen Brief von Sam Melville, den er während seiner Inhaftierung in Attica (New York) geschrieben hat. Steve Ben Israel brachte das Stück mit einer Instrumentalgruppe zur Uraufführung, die unter anderem aus dem Komponisten, Alvin Curran und Garrett List bestand. Seine atemberaubende Darbietung verschränkt den Text mit einer Musik, die durch ihr sich wiederholendes und doch ständig wechselndes (wachsendes und schrumpfendes) Muster metaphorisch an das Leben im Gefängnis erinnert. © thespeakingpianist.net


Stephane Ginsburgh

Menschen werden heute aus vielen Gründen inhaftiert, aus kriminellen und politischen Gründen. Ein Gefängnis ist nie ein guter Ort, egal aus welchem Grund man dort ist. Der türkische Journalist und Schriftsteller Ahmet Atlan wurde vor einigen Tagen von einer rücksichtslosen Diktatur aus politischen Gründen zu lebenslanger Haft verurteilt. Er schrieb einen Brief, der in der New York Times veröffentlicht wurde. © thespeakingpianist.net


Ein Gefängnis ist nie ein guter Ort, egal aus welchem Grund man dort ist.

Frederic Rzewski


„Dieses Album ist das Ergebnis einer jahrelangen Arbeit und Freundschaft mit dem Komponisten. Es begann mit ‚De Profundis‘, einem Stück, das mich als Musiker und Mensch tief beeindruckt hat, und endete mit ihm. Frederic war bei vielen meiner Aufführungen des Stücks dabei, zuletzt bei unserem letzten gemeinsamen öffentlichen Konzert Anfang 2020 in Brüssel. In der Zwischenzeit schrieb er ‚Dear Diary‘ (2014) und ‚America: A Poem“ (2020) für mich, die beide beim Ars Musica Festival uraufgeführt wurden. Ich freue mich sehr, diese Stücke auf diesem neuen und besonderen Album, das bei Sub Rosa erscheint, zu präsentieren.“

Stephane Ginsburgh

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