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„Weltentrückt im Hier und Jetzt?“ Aussteiger, Einsiedler, Eremiten

Ihre geistigen Ahnherren sind die Säulenheiligen und Wüstenväter archaischer Zeiten, aber es gibt sie auch heute noch. Was sind das nur für Menschen, die sich zu einem asketischen Leben in völliger Abgeschiedenheit berufen fühlen? Sind sie nur weltfern, oder auch weltfremd?

Von Justina Schreiber und Rainer Käsmann

„Der Einsiedel.
Es sitzt der Einsiedel in dem Wald,
Hat Sommers warm und im Winter kalt,
Und regnet es, so wird er naß,
Auch hat er nicht immer zu essen was.“

(Moritz von Schwind, Maler, 1804-1871)

Die härene Kutte, der wallende Bart, das wilde Haupthaar. Eremiten, so wie man sie von alten Gemälden kennt, wirken nicht gerade zivilisiert. Kein Wunder, dass sich – laut überlieferten Legenden – Wanderer zunächst furchtbar erschreckten, wenn sie im Wald plötzlich vor einem dieser Menschen standen, die ein entsagungsvolles Leben jenseits der sozialen Normen führten. Hilfe, ein Sonderling, ein Spinner oder gar ein „Kohlrabi-Apostel“, der sich rein vegan ernährt! Und was der Vorurteile auch heute noch sein mögen … Denn es gibt sie wieder: Männer und Frauen, die ihr Leben in völliger Abgeschiedenheit dem „Einen“ weihen. Auch in Bayern.

 

© Bayern 2, Bayerisches Feuilleton, 10.12.2017

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