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„Schlimme Liebschaften“ Ein Hörspielklassiker in 2 Teilen aus dem Französischen von Heinrich Mann

„Unser Programm heißt: erobern!“, verkündet die ruchlose Hauptakteurin Merteuil ihrem einzigen Vertrauten, dem Lebemann Valmont. Als 1782 Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos‘ Briefroman erschien, löste er heftige moralische Entrüstung beim Publikum aus. Man glaubte ihm die erzieherische Absicht nicht ganz.

Denn in dieser „Anatomie des sich selbst erkennenden Bösen“ erregt die verfolgte Unschuld der jungen Madame de Tourvel zwar Sympathie und Mitgefühl, aber die geniale Teufelin Madame de Merteuil , die die Liebesintrige zur hohen Philosophie und zum großartigen Spiel um Macht erhoben hat, ruft – ob man will oder nicht – Respekt und Bewunderung hervor. Die sogar noch im Untergang kühl und distanziert analysierende Merteuil weiß von sich zu sagen: „Ich stieg in mein eigenes Herz, und dort studierte ich die Herzen der anderen.“

Liebe darf nach ihr nur Mittel zur Herrschaft über Menschen sein, muss zum gesellschaftlichen Erfolg führen. Eine Frau, einen Mann zu verführen ist erst halbe Arbeit; die andere Hälfte: sie oder ihn zu verderben. Das zeichnet die adlige und dekadente Gesellschaft aus, die kurze Zeit später von der Französischen Revolution hinweggefegt wird.

Verführung und Verderben heißen die Themen dieses frivolen Briefromans von Choderlos de Laclos (1741 – 1803), der auch heute mit seiner Skizzierung des Spiels um Macht und der Kritik an der Scheinheiligkeit der Tugend wie an sexueller Libertinage abstößt wie fasziniert.  
„Nur die Lust bringt die Geschlechter zusammen, und doch reicht sie nicht aus, eine Beziehung zu ernähren.“ 


Teil 1:

Teil 2:

„Schlimme Liebschaften“ Hörspiel aus dem Französischen von Heinrich Mann
Nach dem Briefroman von Choderlos de Laclos
Mit Kompositionen von André-Ernest-Modeste Grétry
Renate Schroeter (Madame de Merteuil)
Christoph Bantzer (Monseiur de Valmont)
Sunnyi Melles (Cecile Volanges)
Eva-Maria Duhan (Madame de Volanges)
Eleonore Weisgerber (Präsidentin Tourvel)
Hanna Burgwitz (Madame de Rosemonde)
Reinhard Sannemann (Ritter Danceny)
Eva Maria Hofmann (Sophie Carnay)
Bearbeitung und Regie: Claude Pierre Salmony
Produktion: SRF 1978

© SWR 2, 1.10./2.10.22

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