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„Filz, Korruption und die eigene Person“ So etwas würde ich nie tun. Von David von Westphalen

Du bist korrupt. Du täuschst deine Kollegen. Du machst Dir was vor. Auch du. Du trägst Entscheidungen, die du verurteilst? Du stellst Deinen Chef höher als dich selbst? Du gehst nicht an die Presse mit dem Skandal? Warum macht dich das moralisch integer?

Auch du bist es: korrumpiert. Wahrst du die Bünde der Freundschaft, der Familie, bist du Mafia? Du bist Filz. Warum eigentlich? Wer ist hier korrumpiert – und warum?

Jeder, der Korruption sagt, meint es moralisch. Korruption gilt vor allem als Machtmissbrauch. Aber die Schattenökonomie fängt in Wahrheit ganz woanders an als bei finanzieller Bereicherung und Gier: Sie findet dort statt, wo jemand anderes Vertrauen oder die eigene Moralvorstellung verletzt, aus Sorge um das persönliche Glück oder das Glück der Familie. Es ist ein Schachern um soziales Kapital, Loyalitäten und Vertrauen, die alltägliche Korruption der Gemüter. Wir verlassen die scheinheiligen Ufer selbstverständlicher moralischer Fronten. Wir bauen Brücken, von deinem ganz persönlichen Korrumpiertsein ins Land der Raffzähne und Politiker. Ihr seid beide Teil eines dunklen Spiels in den Gefügen aus Macht, Vertrauen, Gunst und Zuneigung, Wahrheit oder Pflicht.



© Bayern2, Nachtstudio, 11.10.22

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