Der Pianist Víkingur Ólafsson
Licht spielt auf Island eine große Rolle, vor allem im Sommer ist es dort in vielfältigsten Facetten zu erleben. Auch das Spiel des isländischen Pianisten Víkingur Ólafsson scheint Licht in all seinen Nuancen einzufangen. Von Sylvia Roth.
Im kristallklaren und dennoch weichen Anschlag, im hellen Timbre, das sich zugleich melancholisch verdunkeln kann.
Ólafsson ist nicht nur ein brillanter Pianist, sondern auch ein aufregender Konzeptionist: Seine Alben spannen Rameau und Debussy ebenso zusammen wie isländische und ungarische Folklore, sie denken Bach neu und lassen Glass irisieren. Porträt eines Tasten-Reflexionärs.
„Licht oder die Abwesenheit von Licht machen in Island einen sehr großen Teil des Lebens aus. Es gibt etwas in diesen Extremen von Licht und Wetter, was uns Isländer auf einer sehr tiefen, fundamentalen Ebene berührt. Island ist ein sehr schwieriges und ein sehr schönes Land zum Leben. Nichts scheint stabil dort – und diese Extreme können sehr anregend für das Musikmachen sein.“
Víkingur Ólafsson, Pianist
Musikliste:
Wolfgang Amadeus Mozart / Franz Liszt (Arr.):
Ave verum corpus
Víkingur Ólafsson (Klavier)
Carl Philipp Emanuel Bach:
Rondo II in d-Moll H 290
Víkingur Ólafsson (Klavier)
Domenico Cimarosa:
Sonata Nr. 42 in d-Moll
Víkingur Ólafsson (Klavier)
Philipp Glass:
Etude Nr. 9
Víkingur Ólafsson (Klavier)
Johann Sebastian Bach / Györgi Kurtág (Arr.):
Allegro moderato aus der Trio Sonate Nr. 1 in Es-Dur
Víkingur Ólafsson und Halla Oddny Magnúsdóttir (Klavier)
Robert Schumann:
7. Vogel als Prophet aus: Waldszenen op. 82
Víkingur Ólafsson (Klavier)
Jean Philippe Rameau:
8. Les cyclopes aus Pièces de clavecin – Suite in D-Dur
Víkingur Ólafsson (Klavier)
Johann Sebastian Bach:
Prelude in G-Dur BWV 902
Víkingur Ólafsson (Klavier)
Wolfgang Amadeus Mozart:
Kleine Gigue in G-Dur K 574
Víkingur Ólafsson (Klavier)
© SWR 2, Zur Person, 19.2.23