„Im Freiluftlabor der Evolution“ Eine Lange Nacht über Galápagos
Riesenschildkröten in perfekter Rüstung, Landechsen, die mit hochgestellten Rückenkämmen wie kleine Dinosaurier aussehen, grimmig blickende Meerechsen – die archaischen Reptile sind Protagonisten jeder Galápagos-Erzählung. Von Mechthild Müser.
Über Jahrmillionen bevölkerten sie diesen abgelegenen, vulkanischen Archipel im Pazifik ungestört, bis im 16. Jahrhundert der Mensch auf den Plan trat. Auf Piraten folgten Walfänger, Sträflinge, Siedler. Die Reptile waren für sie nichts als Nahrung, ihnen fehlte der Blick für die Kostbarkeit, die sie darstellten. Erst der Gelehrte Charles Darwin lüftete auf Galápagos die Geheimnisse der Evolution und setzte den Schöpfergott ab. 1959 wurden 97 Prozent der Inseln unter strikten Naturschutz gestellt, 2022 das umliegende Meeresschutzgebiet erheblich erweitert. Heute bedienen Forscher die Regler am Mischpult der Evolution. Sie züchten die stark dezimierte Schildkrötenpopulation nach und halten eingeschleppte Arten in Schach. Zu zweifelhaftem Ruhm kam die Insel Floreana, wo sich Berliner und andere Aussteiger niedergelassen hatten – ihr Drama inklusive Sex and Crime ist bis heute eine dankbare Vorlage für Krimi-Autoren.
Im Freiluftlabor der Evolution
Eine Lange Nacht über Galápagos
Von Mechthild Müser
Regie: Eva Solloch
© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 23.12.2023