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„Tano und Tanita“ Italienische Emigranten und der Tango Argentino

Im „Lunfardo“, dem Dialekt von Buenos Aires, gibt es auffallend viele „Italianismen“ und Dialektwendungen aus dem „Genovese“, „Napoletano“ oder „Siciliano“. Und in den Tangotexten ist häufig vom „Tano“ oder der „Tanita“ die Rede – synonym für die Figur des Italieners oder der Italienerin, eine Abkürzung von „Napoletano“.

Von Wolfgang Hamm

Zahlreiche Tangos spiegeln das Heimweh italienischer Emigranten wieder: „Golondrinas“ (Schwalben) von Carlos Gardel z. B. So nannte man die Saisonarbeiter (ital. ‚rondini‘). Nach der Volkszählung von 1887 waren 51 Prozent der Arbeiter und 56 Prozent der Unternehmer in Argentinien Italiener. Von miserablen Lebensbedingungen in der Heimat und großen Hoffnungen auf ein besseres Leben zeugen italienische Auswandererlieder. Viele der bedeutendsten Tangomusiker und -textdichter sind italienischer Herkunft wie Roberto Firpo, Carlos Marcucci, Pedro Maffia, Osvaldo Pugliese, Anibal Troilo, Julio de Caro, Francisco Canaro bis hin zu Juan José Mosalini. Die Italianisierung des Tango Argentino ist ein bisher noch wenig erforschtes, aber spannendes Kapitel der Tango-Geschichte, auf das Wolfgang Hamm zum ersten Mal in Italien bei der Ausstellung „Il Tango delle Vite Strappate“ – Der Tango vom zerrissenen Leben – stieß. (Produktion 2010)

 

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© SWR 2, Musikpassagen, 11.3.2018

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