„Verwurzelt in der Zukunft“ Die Lange Nacht der italienischen Literatur
Mit Maike Albath und Shelly Kupferberg. Pronti – via, es geht los! Den ersten Querschnitt durch die aktuelle italienische Literatur bietet die „Lange Nacht” schon vorab – der Ehrengast Italien präsentiert sich auf der Frankfurter Buchmesse 2024 unter dem Motto „Verwurzelt in der Zukunft“.
Da gibt es den Monolog eines Insassen des Jugendgefängnisses von Neapel in „Dieses Meer, dieses unerbittliche Meer“. Die Autorin Francesca Maria Benvenuto, gebürtige Neapolitanerin und Strafrechtlerin, erteilt einem minderjährigen Mörder das Wort, der kaum etwas anderes kennt als Gewalt. Gewalt war für den Helden des autobiografischen Romans „Als mein Vater in den Straßen von Turin verschwand“ von Marta Barone ein legitimes Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele – dass der Mann ein Linksextremist war, ahnte d ie Erzählerin nicht. Auf die Spuren ihres Vaters, der während des Zweiten Weltkriegs als Soldat in der Ukraine kämpfte, begibt sich auch Francesca Melandri in „Kalte Füße“ und nimmt ein verdrängtes Kapitel der italienischen Geschichte in den Blick. Eine Chronik des ländlichen Italiens aus Sicht der Frauen fächert Ginevra Lamberti in „Der Aufruhr unserer Herzen“ auf. Und Igiaba Scego macht ihre somalische Herkunft zum Thema und schildert in ihrem autofiktionalen Roman „Kassandra in Mogadischu“ die Verwerfungen der Diaspora. Politisch wach, formal vielfältig und weiblich präsentiert sich die italienische Literatur im Comedia Theater in Köln im Gespräch mit Maike Albath und Shelly Kupferberg.
Verwurzelt in der Zukunft
Die Lange Nacht der italienischen Literatur
Moderation: Maike Albath und Shelly Kupferberg
Regie: Hans Dieter Heimendahl
© Deutschlandfunk, 12.10.2024