DIY-Musikszene Leipzig: Zwischen Aufbruch und Verdrängung
Von Tabea Köbler (TAZ). Neue Alben von Shed Ballet, Afar Odea und Fastmusic aus Leipzig zeigen vielfältigen Sound, der trotz prekärem Freiraum der wachsenden Stadt gedeiht.
Sich der eigenen Fragmentarisierung und Verletzlichkeit stellen: In den ersten Herbstwochen sind in Leipzig fast zeitgleich drei Debütalben lokaler Bands und Soloprojekte veröffentlicht worden, die sich auf je eigene, teils fulminante Herangehensweise musikalisch mit diesen Thematiken auseinandersetzen. Hinter allen Werken stehen suchende, teils langwierige Prozesse. Und man hört den Werken diese Leidenschaft an.
Den Auftakt machte „Claim“, das Debütalbum von Shed Ballet, veröffentlicht beim Leipziger Indielabel Ketzerpop. Das Trio beschreibt die eigene Musik als „Rudimental Glamrock“: Einflüsse aus Wave, Postpunk und Psychedelicrock blinken im Sound von Shed Ballet auf. Mit wenigen, dafür markanten musikalischen Stilmitteln schöpfen die drei Künstlerinnen enorme Energie. „Shed“ bedeutet sich häuten. Die Band sieht darin ein Symbol der Veränderung, die Möglichkeit sich neu zu erfinden, immer weiterzuwachsen.
© TAZ, Kultur, 31.10.2024