Jazz: Tomin Perea-Chamblee „Tomins minimalistische Melancholie“
Von Stephanie Grimm (TAZ). Aus Verbindung wird Vergänglichkeit – und umgekehrt: Tomin gibt sein Solodebüt mit einem Album voller eigenwilliger Jazz-Miniaturen.
Vergangenen Sommer, an einem schwülen Abend in Wrocław – geplättet im Hostelzimmer, schließlich war ich den Tag über unterwegs. Eine Mail plingt rein. Bandcamp kündigt eine Listening Session an: „Flores para Verene / Cantos para Caramina“ heißt das Album, Tomin der Künstler.
Nie gehört. Doch wenn das US-Label International Anthem neue Musik präsentiert, kann man des guten Gewissens als Anlass für eine späte Siesta nehmen. 2014 gegründet, um die Szene der in Chicago ansässigen, aus dem Freejazz hervorgegangenen Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM) abzubilden, war International Anthem von Anfang an bemüht, mehr als nur ein Jazzlabel zu sein.
© TAZ, Kultur, Musik, 26.12.2024