Miles Davis – „Bootleg Series“: Die Saxofonisten des Miles Davis
Von Max Dax (FR). Von George Coleman zu Wayne Shorter: Konzertaufnahmen des Quintets in der „Bootleg Series“ laden zu Entdeckungen und Vergleichen ein.
Die 2011 ins Leben gerufene „Bootleg Series“, eine lose Veröffentlichungsfolge bis dato verschollener Live- und Studioaufnahmen aus allen Schaffensepochen von Miles Davis, blickt auf große Momente zurück. In einem metaphysischen Sinne eindringlichsten bisher war sicherlich die zweite Folge, „Live in Europe 1969“, die 2013 in das Jahr 1969 zoomte und eine Reihe von Konzerten ans Tageslicht des sogenannten „Lost Quintets“ brachte, die so frisch und modern klangen, dass man hätte meinen können, aus dem Nichts sei im 21. Jahrhundert die Zukunft des Jazz erklungen.
Tatsächlich hatte man 1969 bloß darauf verzichtet, die Live-Aufnahmen aus Frankreich zu veröffentlichen, weil Miles Davis in den Wochen oder Monaten dazwischen längst auf eine ganz andere, seine elektrische Reise aufgebrochen war. So blieben die Aufnahmen fast ein halbes Jahrhundert unveröffentlicht.
© Frankfurter Rundschau, Kultur, Musik, 23.12.2024