Jazzfestivals im Sommer „Soundtrips, Klangräume, Stille“
Von Robert Mießner (TAZ). Konzerte mit abenteuerlicher Musik gibt es beim Jazz in E. in Eberswalde, in Bunkern in NRW, einem Berliner Festival im Zeichen der Stimme, dem Klangfrieden von Moers und musikalischen Konfrontationen im österreichischen Burgenland.
Mehr Musik aus und an ungewöhnlichen Orten veranstalten seit zwölf Jahren die Soundtrips NRW (bis 14.9). Im Wortsinn handelt es sich bei ihnen um Klangreisen in mittlerweile 15 assoziierte Städte in Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr haben Almut Kühne und Joke Lanz das Festival eröffnet: Die Sängerin und der Noise-Musiker sind mit Gästen unter anderem im Bielefelder Bunker Ulmenwall aufgetreten: Der Keller ist 1939, im ersten Jahr des Zweiten Weltkriegs, als Sanitätsbunker errichtet worden. Dass der Bunker nach der Befreiung vom Faschismus der sozialistischen Jugendgruppe Die Falken ein Zuhause wurde und später Jazz- und Improvisationsmusikern wie Albert Mangelsdorff, Elliott Sharp oder Julia Hülsmann einlud, ist eine schöne Volte der Geschichte.
© TAZ, Kultur, 24.5.2025