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Essay: Knappe Ressourcen oder Wasser ist für alle da

Von Markus Metz und Georg Seeßlen. Seit 2010 ist das Recht auf Trinkwasser und Sanitärversorgung ein Menschenrecht. Die Konkurrenz um Wasser verschärft sich durch Klimaerwärmung und Bevölkerungswachstum. Der Kampf um die Ressource zeigt: Wasser ist das Gold des 21. Jahrhunderts.

Das Wasser, sollte man meinen, ist wie die Luft ein Lebensmittel, das allen gehört und das niemandem genommen werden kann. Allerdings: Auseinandersetzungen um das Wasser und um das Recht daran hat es wohl schon immer gegeben, als Quelle, als Tränke, als Lebensraum, als Transportweg, als Grenze.

Die gerechte und solidarische Verteilung von Wasser, einschließlich der gemeinsamen Verpflichtung zu seinem Schutz und dem Verbot willkürlicher Verschwendung, ist die Voraussetzung für jedes gedeihliche Zusammenleben, innerhalb einer Gesellschaft ebenso wie zwischen verschiedenen Ländern. Man tat also wohl gut daran, das Wasser zum Allgemeingut zu erklären und Regierungen und Behörden als zuständig für die technische Erschließung und die Verteilung.

Doch was schon zuvor im Kolonialismus und in der Hegemonie von Interessen sich abzeichnete, nämlich die Fähigkeit, Wasser künstlich zu verknappen und sich damit ein Machtwerkzeug zu garantieren, ist im Zug der allgemeinen „Privatisierungen“ zu einem sozialen Problem geworden. Gemeinde und Städte, denen die Verwaltung des Trink- und Abwassers zu teuer wird, übertragen die Aufgaben und Rechte an private Unternehmen. Mit verheerenden Folgen, wie die Privatisierungen in Chile oder London zeigen. Doch das abschreckende Beispiel von Wasserversorgungen, die nur am Profit interessiert sind und sich weder um soziale Gerechtigkeit noch um ökologische Folgen kümmern, hat den Privatisierungstrend nicht wirklich gestoppt.

Es gibt auch andere Beispiele: Das Land Berlin etwa kaufte die privatisierten Anteile der Berliner Wasserbetriebe wieder zurück.

Markus Metz, geboren 1958, studierte Publizistik, Politik und Theaterwissenschaft, er lebt als Hörfunkjournalist und Autor in München. Zuletzt erschien von ihm „Wir Kleinbürger 4.0. Die neue Koalition und ihre Gesellschaft“ (Edition Tiamat, Berlin) und „Apokalypse & Karneval. Neoliberalismus: Next Level“ (Bertz & Fischer, Berlin), beide gemeinsam mit Georg Seeßlen.

Georg Seeßlen, geboren 1948, hat in München Malerei, Kunstgeschichte und Semiologie studiert. Er war Dozent an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland und schreibt heute als freier Autor unter anderem für Die ZeitFrankfurter Rundschautaz und epd‑Film. Außerdem hat er rund 20 Filmbücher verfasst und Dokumentarfilme fürs Fernsehen gedreht.

© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 4.5.2025

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