Die Entdeckung eines der besten Buchläden in Deutschland: Peter Panter in Meldorf
Urlaub ist für uns nicht nur Erholung sondern auch eine Zeit der Entdeckungen. Neue Orte werden erkundet oder, was noch schöner ist, wenn der Zufall etwas wunderbares offenbart.
So ist es heute geschehen. Wer kennt Meldorf in Schleswig-Hollstein?
Meldorf lag auf dem Weg zu einem Konzert im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festival Sommer 2025 in Wesselburen. Wie in vielen kleineren Orten in Schleswig-Holstein, sind in Meldorf viele Geschäfte und Häuser leer. Das wird zu einem großen Problem oder ist es schon. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann Schätze entdecken. So wie wir.
Unterwegs in Meldorf fanden wir durch einen Zufall – ich wollte eigentlich zum Auto zurück laufen – einen Buchhandel der besonderen Art. Denn es gibt sie noch, die Oasen für Bücher-Liebhaber und so stand ich staunend in Peter Panter‘s Buchladen.
Wichtig zu erwähnen ist noch die Tatsache, dass Peter Panter ein Pseudonym von Kurt Tucholsky ist! Und, das ist sehr wichtig zu erwähnen, hat diese Buchhandlung den dt. Buchhandlungspreis mehrfach gewonnen! Zuletzt 2023. Und zählt damit zu den 100 herausragendsten Buchhandlungen Deutschlands.
Dieser Ort lädt zum verweilen und entdecken ein. Tische mit Büchern, die mit sehr viel Wissen und Liebe zusammengestellt wurden. Wer mit Thalia vorlieb nehmen muss, wird sich erinnern, das dort viele Buchläden auch Orte für Bücher-Fans waren, bevor sie zum Ramschladen mit Büchern wurden.

Aber hier in Meldorf bei Peter Panter ist die Buch-Welt noch in Ordnung. Ich verliere mich in den Bücher-Tischen und der Funken der alten Magie eines Buches erfasst mich. Viele begutachte ich voller Freude, die Illustrationen, die Titel.
Die totgesagten gebundenen Bücher leben, ja, sie sind quicklebendig.
Ich schreibe das hier auch in dem Bewusstsein, dass ich aus dramatischen Platzgründen keine Bücher mehr kaufen kann. Ich habe einfach keinen Platz mehr! Ihr versteht sicher, was für ein Horror es ist, in so einem Bücherladen zu stehen, wohl wissend, dass ich keine mitnehmen darf. Und doch ist es passiert. Der geschätzte Rolf Dieter Brinkmann ist schuld, bzw. die Biografie von Michael Töteberg und Alexandra Vasa „Ich gehe in ein anderes Blau“ (Rowohlt Verlag).
Wann immer ich auf Rolf Dieter Brinkmann treffe, flammt meine Begeisterung für sein Werk wieder auf, von dem Heiner Müller treffend sagt: „Vielleicht das einzige Genie der westdeutschen Nachkriegsliteratur.“
Bei einer Tasse vom besten Kaffee schaue ich in dieses Buch, entdecke viele Fotos, welche ich noch nicht kenne und habe mich entschieden: ich kaufe diesen Schatz, auch wenn ich noch nicht weiss, wo ich diesen aufbewahren werde. Er wird sich finden, hoffe ich.
Aber was macht dieses Kleinod von einem Buchladen so besonders? Hier werden auch Kaffees aus Nicaragua angeboten, Weine aus der Region und Tee. Natürlich. Alles fair gehandelt. Versteht sich.
Wir spazierten weiter durch Meldorf und entdeckten unter anderem einen Eine-Welt-Laden und ein Kulturcafé. Bald merkten wir, dass das Miteinander hier sehr großgeschrieben wird. Das findet man nicht oft.
Wir hoffen dass es so bleibt und wir sehen uns sicher wieder, im nächsten Urlaub im wunderschönen Dithmarschen.