Anlässlich Ihres Auftritts beim 53. Deutschen Jazzfestival Frankfurt erzählt uns Wolf Kampmann etwas mit und über Ingrid Laubrock, die ich…
Ich bin sicher nicht der Einzige, der die Saxofonistin und Komponistin Ingrid Laubrock zu den wichtigsten Stimmen im internationalen Jazz zählt. Ihre Neugier lässt keine Langeweile aufkommen und ihre Konzerte sind Feste des freien Jazz. Hier folgt ein Text von Andrian K., der schon lange online sein sollte. Aber besser spät als nie.
Mit zwei unvergesslichen Abenden in New York zeigt die deutsche Avantgarde-Saxofonistin Ingrid Laubrock, warum sie zu den Giganten des Jazz gehört – selbst ihr Kompagnon von „Wilco“ kann da nur staunen.
Es klang wie ein feiner Witz der Musikgeschichte: Der Mann, der als Gitarrist bei Wilco die Konsensmusik des „Dadrock“ miterfand, geht völlig neue Wege mit einer Virtuosin der Avantgarde, um mit ihr jene Verstörungsmusik zu spielen, die man Free Jazz nennt. Was Nels Cline und die gebürtige Münsterländerin Ingrid Laubrock im Kellerclub Le Poisson Rouge im Greenwich Village dann aber an Ideensplittern hin und her schossen, ließ den schwierigen Ruf des Genres glatt vergessen – besonders Laubrock blies die versammelten New Yorker Rocksnobs glatt aus den Stiefeln.
© Süddeutsche Zeitung, 18.4.25
