Radiotipps für den 20.9.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Sehnsuchtsort für Künstler“ Die Lange Nacht über Hiddensee
Von Katharina Palm Regie: die Autorin
Hiddensee ist im 20. Jahrhundert eine Insel der Künstlerinnen und Intellektuellen geworden. Dabei ist Hiddensee mit seinen 1.000 Einwohnern und gerade einmal 19 km² in der Form eines Seepferdchen, das es auch in seinem Wappen trägt, ein Zwerg unter den Ostseeinseln. Nach Hiddensee floh man, um sich zu erholen, berühmte Bilder zu malen oder große Literatur zu schreiben – oder es immerhin zu versuchen. Aber manche kamen auch nach Hiddensee, um von dort zu fliehen. Die Insel war zu DDR-Zeiten gut gesichertes Grenzgebiet, denn Dänemark ist nur einen Katzensprung entfernt. Von Hiddensee aus gab es abenteuerliche Fluchtversuche. Asta Nielsen, Mascha Keléko, Gret Palucca, Hans Fallada oder Gerhard Hauptmann hinterließen ihre Spuren, in denen diese Lange Nacht wandelt, die sie aber auch mit neuen Wegen der Gegenwart kreuzt. Ein Fischer und seine Frau erzählen von den Herausforderungen, die das Leben und der Fischfang auf dieser autofreien Insel zu bieten haben. Für die Bewohner kennt die Insel nur zwei Jahreszeiten: die arbeitsreiche Touristen-Saison und die große Ruhe, wenn die Gäste die Insel verlassen haben und man wieder unter sich ist. Von Süden nach Norden werden Inselgeschichten ausgegraben, die von wilden Tänzen und mutigem Unternehmertum handeln, von einem vergrabenen Piratenschatz und dem Bernsteinwind.
15:00 Uhr ByteFM Golden Glades mit Sandra Zettpunkt
Landpartie
Die Münchner Band Freiwillige Selbstkontrolle schlug 1980 folgenden Ablauf vor: «Heute Disco, morgen Umsturz, übermorgen Landpartie.» Weil unsere Sendezeit nicht 72, sondern nur 2 Stunden beträgt, konzentrieren wir uns einstweilen auf die Landpartie. Es geht raus in die Natur, mit neuer Musik von Modern Nature und Rural Tapes.
16:00 Uhr radio 2Literatur
Buchpremiere: Max Goldt
Der Berliner Schriftsteller, Kolumnist und Musiker Max Goldt ist seit vielen Jahren nicht nur ein vom Publikum gefeierter Auftrittskünstler, sondern auch ein Autor, der aus berufenem Mund viel gepriesen wird. Bei der Verleihung des Kleist-Preises hat Daniel Kehlmann Max Goldts ästhetisches Programm so auf den Punkt gebracht: „Klug und klar durch die Welt gehen, aufmerksam und ohne Groll, begleitet von hellem Witz und einer Intelligenz, die kein Vorurteil duldet und keine Phrase.“ Im August hat Max Goldt nach längerer Pause erstmals ein neues Buch veröffentlicht. Es heißt „Aber?“ (dtv) und versammelt überwiegend unveröffentlichte Texte. Am 28. August hat er im Berliner Pfefferberg-Theater erstmals aus diesem Buch vorgelesen. radio3 hat die Veranstaltung aufgezeichnet und sendet sie jetzt in gekürzter Form.
17:05 Uhr Ö1 Diagonal
Einmal und nie wieder. Diagonal zum Thema Tod
Der Tod ist auch nicht mehr das, was er einmal war. In unserer westlichen Gesellschaft, so lautet eine weit verbreitete Klage, sei der Tod ein Tabu, er werde verdrängt, verschwiegen, die Toten würden verräumt und unsichtbar gemacht.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„L.A. Dreams“ Eine Metropole repariert sich selbst
Von Martina Groß Regie: Andreas Hagelüken und die Autorin
Ton: Andreas Hagelüken Deutschlandfunk Kultur 2024
Los Angeles war immer Erzählung und Verheißung. In diesem Feature träumen die Bewohner der kalifornischen Metropole davon, dass ihre Reformideen die Stadt neu und besser machen. Und manche dieser L.A. Dreams könnten schon bald wahr werden.
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Homezone – Jazz in Südwest mit der Pianistin Lucia Schiller. Von Henry Altmann
Nach ihrem Jazzstudium in Dresden ist Lucia Schiller zurückgekehrt nach Rottweil. Mitgebracht hat sie Kontakte zur ostdeutschen und Berliner Szene und die Absicht, in Rottweil über das Jazzfest und die Konzertreihe „Jazz im Refektorium“ hinaus eine Jazzszene aufzubauen. Mit ihrem Trio schillert die Pianistin zwischen Mal Waldron, Paul Bley und Lennie Tristano, mit ihrem Hardbop-Sextett in Tiefe, Rauheit und Dringlichkeit. Ihre Klangsprache und melodischen Motive zeigen aber auch die Verbundenheit zu klassischen Komponisten wie Maurice Ravel, Aleksander Skrjabin und Béla Bartók.
19:00 Uhr Bremen 2 Sounds
Neil Hannon ist mit seinem Projekt The Devine Comedy eines der großen Pop-Talente der Gegenwart. Er arbeitete auch für Hollywood und schrieb den Soundtrack zum „Wonka“-Film. Dieser Erfolg erlaubte es das neue Divine Comedy-Album mit ausgiebigem Einsatz von Orchesterklängen zu gestalten. Außerdem: Der 2015 im Alter von 89 Jahren verstorbene B.B. King ist auf dem Gelände des „B.B. King Museum & Delta Interpretative Center“. Einem Musikmuseum und Bildungsort der Extraklasse. Und: Neue Alben.
19:00 Uhr HR 2 Live Jazz
Jason Moran | 55. Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2024
125 Jahre Ellington – hr-Bigband feat. & cond. by Jason Moran || 55. Deutsches Jazzfestival Frankfurt, Hessischer Rundfunk, hr-Sendesaal, Oktober 2024
19:04 Uhr WDR 3 Hörspiel – Kunstpalast
Die trübe Brühe Leben oder die Sehnsucht nach der ewigen Wiese. Von Bettie I. Alfred
Regie: die Autorin Produktion: die Autorin / SRF 2024
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk
City of Pop: Das interaktive Brettspiel in Stereo
Mit Tobias Ruhland und Ralf Summer
Auf dem „City of Pop“-Stadtplan haben wir die wichtigsten Musiker und Musikerinnen der Geschichte versammelt. Für unsere Hörer uns Hörerinnen machen wir daraus live mit sechs Mitspielern einmal im Jahr ein Musikquiz. Die Sieger gewinnen als Hauptpreis eine „Zündfunk“-Sendung, in der sie ihre Lieblingsmusik spielen und dazu moderieren dürfen.
20:00 Uhr radio3 Konzert
„Jazz de Paris“ 20 Jahre BigBand der Deutschen Oper Berlin
Die Big Band der Deutschen Oper feiert ihr 20-jähriges Jubiläum mit Jazz de Paris und musikalischen Gästen wie Biréli Lagrène und Thomas Pigor. Ein Abend voller Swing, Chansons und Überraschungen – ein Fest für Jazzliebhaber und alle, die das Außergewöhnliche suchen. Während der deutschen Besatzung stand der Jazz in Paris für Freiheit und wurde in der Nachkriegszeit zu einem Soundtrack des Existentialismus. Paris wurde für viele Jazzer aus den USA zu einem Sehnsuchtsort.
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
September-Blues!
Ein bisschen melancholisch geht es zu in der neuen Ausgabe von Electro Royale. Und dann auch wieder nicht. Schön! Mit dabei: Kalipo, Fille, The DirtBirdz und GRDN.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
„Theodor Chindler“ Von Bernard von Brentano
Bearbeitung und Regie: Gert Westphal Hessischer Rundfunk 1960
Ein Demokrat auf verlorenem Posten: Der Politiker Theodor Chindler kämpft während des ersten Weltkriegs gegen die Windmühlen politscher und weltanschaulicher Extreme an – und scheitert an seiner eigenen Familie.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
Hermeto Pascoal
Hermeto Pascoal war einer der innovativsten und individuellsten Musiker, die unsere Welt je gesehen hat. Der Mann aus Brasilien hat auf allem nur Erdenklichen Musik gemacht: den Bauch als Trommel, Teekannen als Blasinstrument. Aber auch konventionelle Instrumente wie Klavier, Gitarre und Percussion beherrschte er. Nun ist er im Alter von 89 Jahren gestorben und wir ehren ihn mit einer Aufnahme aus 1985. Da spielte Pascoal in der Bremer Schauburg.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
„Afrodiaspora“ Musik, Macht und Erinnerung. Von Sophie Emilie Beha
Musikerinnen und Musiker mit afrikanischen Wurzeln bereichern die Festivalwelt. Was thematisieren sie in der Neuen Musik?
Schon sehr früh waren sie da: Komponistinnen und Komponisten der afrikanischen Diaspora. Musikerinnen und Musiker mit afrikanischen Wurzeln, die durch Migration, Versklavung oder andere Formen der Zerstreuung auf verschiedenen Teilen der Welt landeten. In Europa und Nordamerika machten sie sich mit der westlichen Musik vertraut und prägten diese auf ihre Weise: mit eigenen Traditionen, Erfahrungen, Klangsprachen. Doch in den Konzertprogrammen, im musikwissenschaftlichen Kanon und auf vielen Bühnen fehlen ihre Namen und Werke bis heute. Das ändert sich gerade: Musikerschaffende, Klangkörper und die musikalische Forschung beginnen, sich mit dem lang Ignorierten auseinander zu setzen – sie fördern Repertoire zu Tage und bringen neue Perspektiven ins Spiel, wie z.B. Satch Hoyt, Monthati Masebe, Elaine Mitchener und Harald Kisiedu.
22:20 Uhr Deutschlandfunk Kultur Die besondere Aufnahme
Gabriel Iranyi: „Strings Quartets Extended“
Sonar Quartett
Claudia Barainsky, Sopran
Wu Wei, Sheng
Deutschlandfunk Kultur / Kairos 2025
Der ungarisch-deutsche Komponist Gabriel Iranyi erweitert die klassische Viererbesetzung des Streichquartetts: Durch die menschliche Stimme und die chinesische Mundorgel Sheng.
23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner
Hessen hören 53: Danbi Jeung – Metallpulse (Langen)
hr 2025 | 35 Min. | Ursendung
Julius Wilhelm von Pittler (1854-1910) revolutionierte mit seinen Erfindungen die Metallverarbeitung und als Industrieller auch die Arbeitswelt. Die Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH im hessischen Langen, gelegen zwischen Offenbach und Darmstadt, führt dieses Erbe fort: als Aus- und Weiterbildungszentrum in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen Metall, Mechatronik und Elektro sowie als Dienstleister.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Elektronische Musik
Stromlinie reloaded [24] Jorge Sánchez-Chiong. Mit Michael Rebhahn
Weit verzweigt ist nicht nur die Biografie von Jorge Sánchez-Chiong – auch in seiner Musik bewegt er sich als Allrounder zwischen den Kulturen. Der 1969 als Sohn eines Kubaners und einer Chinesin in Caracas geborene Komponist und Improvisationsmusiker lebt seit 1988 in Wien, wo er sich in verschiedensten Genres bewegt. Vom Bratschenkonzert bis zu tanzbaren DJ-Tracks reicht sein Werkkatalog, daneben arbeitet er als Turntablist in etlichen Formationen der freien Improvisationsszene. »Meine Musik«, sagt Sánchez-Chiong, »ist geprägt von Post-Digitial-Aesthetics, Sampling-Culture, Turntablism und all den Begriffen, die erfunden wurden, um das Wort Trash zu umgehen.«
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Sehnsuchtsort für Künstler“ Die Lange Nacht über Hiddensee
Von Katharina Palm Regie: die Autorin
Hiddensee ist im 20. Jahrhundert eine Insel der Künstlerinnen und Intellektuellen geworden. Dabei ist Hiddensee mit seinen 1.000 Einwohnern und gerade einmal 19 km² in der Form eines Seepferdchen, das es auch in seinem Wappen trägt, ein Zwerg unter den Ostseeinseln. Nach Hiddensee floh man, um sich zu erholen, berühmte Bilder zu malen oder große Literatur zu schreiben, oder es immerhin zu versuchen, aber manche kamen auch nach Hiddensee, um von dort zu fliehen. Die Insel war zu DDR-Zeiten gut gesichertes Grenzgebiet, denn Dänemark ist nur einen Katzensprung entfernt. Von Hiddensee aus gab es abenteuerliche Fluchtversuche. Asta Nielsen, Mascha Keléko, Gret Palucca, Hans Fallada oder Gerhard Hauptmann, hinterließen ihre Spuren, in denen diese Lange Nacht wandelt, die sie aber auch mit neuen Wegen der Gegenwart kreuzt. Ein Fischer und seine Frau erzählen von den Herausforderungen, die das Leben und der Fischfang auf dieser autofreien Insel zu bieten haben. Für die Bewohner kennt die Insel nur zwei Jahreszeiten: die arbeitsreiche Touristen-Saison und die große Ruhe, wenn die Gäste die Insel verlassen haben und man wieder unter sich ist. Von Süden nach Norden werden Inselgeschichten ausgegraben, die von wilden Tänzen und mutigem Unternehmertum handeln, von einem vergrabenen Piratenschatz und dem Bernsteinwind.