Radiotipps für den 21.9.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:03 Uhr Bayern 2 Radiojazznacht
Klassiker, neue Alben und Live-Musik
Mit Ssirus W. Pakzad
0:05 Uhr Ö1 Jazznacht
Outreach-Festival Schwaz 2025 und Album-Neuheiten
Frische Album-Früchte aus Österreich und Umgebung; Matt Garrison, Shinkarenko Jazz 3 und Alexandra Ridout Trio bei Outreach 2025
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Dilettantismus als Avantgarde-Strategie“ Abschöpfsinfonie. Eine radiophone Bildbeschreibung
Von Florian Neuner
Das Münchner Konzert „Selten gehörte Musik“ im Mai 1979 mit Christian Attersee, Heinz Cibulka, Herbert Hossmann, Hansjörg Mayer, Hermann Nitsch, Paul Renner, Björn Roth, Dieter Roth, Gerhard Rühm, Dieter Schwarz, Andre Thomkins und Oswald Wiener.
13:00 Uhr Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen
Einfach gut – Die Musik von Arvo Pärt
Aus Gregorianischem Gesang und mittelalterlicher Schule hat der estnische Komponist Arvo Pärt seine ganz eigene Musiksprache entwickelt. Im „Tintinnabuli“-Stil reduziert er das Klangmaterial aufs absolut Nötige und erschafft so eine ganz neue Form von musikalischer Einfachheit und Schönheit.
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Der Architekt Van Bo Le-Mentzel im Gespräch mit Maja Ellmenreich
Dass Raum auch in der kleinsten Hütte ist, weiß Van Bo Le-Mentzel. Mit seiner fünfköpfigen Familie lebt er in Berlin auf 57 Quadratmetern. Wohnen sieht er als soziales Thema: Er entwirft Mini-Häuser für Obdachlose und Hartz-IV-Möbel zum Selberbauen.
14:04 Uhr SWR Kultur Feature
Die Ware muss bewegt werden – Über den Wert einer alten Hose. Ein Secondhandfeature von Beate Berger
Secondhandkleidung ist hip. Ganz besonders beliebt ist Designermode aus zweiter Hand. Doch wie lässt sich der Preis eines alten Kleidungsstücks überhaupt ermitteln? Und was ist es wert, wenn es aus der Werkstatt eines großen Meisters stammt? Beate Bergers Streifzug durch die Welt der Secondhandmode liefert nicht nur Antworten auf diese Fragen, sondern auch Erkenntnisse über den wahren Wert unserer Kleidung. Denn in unseren Kleidern hängt mehr Leben als wir ahnen. Und sie erzählen immer eine Geschichte, insbesondere dann, wenn wir sie weggeben.
15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature
Matsutake – Ein Pilz im Anthropozän. Von Jean-Claude Kuner
In jedem Herbst wird der Matsutake-Pilz zu einem begehrten Geschenk in Japan. Er lässt sich nicht kultivieren. Entsprechend komplex sind die Bedingungen, unter denen er gewonnen wird – und hoch die Beträge, die für ihn gezahlt werden.
15:04 Uhr SWR Kultur Das Musikporträt
Der Komponist Detlev Glanert. Von Bernd Künzig
Oft ist sie totgesagt worden, nicht zuletzt von der komponierenden Avantgarde: die Oper. An diese Sterbeurkunde hat der Komponist Detlev Glanert nie geglaubt und mittlerweile 14 Stücke für das Musiktheater geschrieben. Darunter ist ein solch hochaktuelles Stück, wie jüngst seine Auseinandersetzung mit Grillparzers Drama „Die Jüdin von Toledo“, aber auch märchenhaftes ganz am Anfang wie „Leyla und Medjnun“. Und eine Oper nach Theodor Fontane „Oceane“ zählt zu den Höhepunkten zeitgenössischen Musiktheaters. In Schubladen lässt sich der Komponist dabei nicht stecken.
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Auf geht’ s beim Schichtl!“ von Justin Schröder
Komposition: Raimund Rosenberger Regie: Olf Fischer BR 1969
„Die Unterlagen zu meinem Hörspiel habe ich, abgesehen von meiner eigenen Erinnerung, soweit Daten und ähnliches über die Person und das Unternehmen August Schichtls in Frage kamen, von Herrn Anton Roskowetz erhalten, der in einer hoch anzurechnenden Weise das Andenken dieses Künstlers pflegt und auch die Anregung zu einer Gedenkstunde beim Rundfunk gab. Er ist ja zwar tatsächlich als Kind einer angeheirateten, nicht adoptierten Tochter von Schichtls Frau, gesetzlich nicht verwandt, aber er hängt, wie ich sicher weiß, mit großer Liebe an dem Andenken seines „Großvaters“. Nun scheint Herr Roskowetz recht wenig Lust zu haben, Ihnen die gewünschten Aufschlüsse zu erteilen, da er durch die mangelnde „Anerkennung“, ja nach seiner Darstellung mitunter sogar feindselige Einstellung seitens der Verwandtschaft verbittert ist. Dass Sie über August Schichtl, Ihren verstorbenen Onkel, nicht gut unterrichtet sind, ist verständlich, da die Brüder, deren einer Ihr Vater war, nicht miteinander harmonisierten.“ (Briefauszug von Justin Schröder an Xaver Schichtl, März 1937, Historisches Archiv des Bayerischen Rundfunks)
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
„Grandiose Abgründe“ Der irische Songwriter A.S. Fanning
Von Anke Behlert (Wdh. v. 30.7.2023)
Porträt eines in Berlin lebenden Iren mit spannendem Sound zwischen Anti-Folk-Noir und Gothic Singer-Songwriter.
Düster, pessimistisch und trotzdem einnehmend – begegnet man den Songs des Musikers A.S. Fanning zum ersten Mal, kann man gar nicht anders, als genauer hinzuhören. Mit voller Baritonstimme besingt er Hingabe, erfahrenen Herzschmerz und existenzielle Ängste. Dazu liefert seine Band erhebende Gitarrenkaskaden, flächige Orgel oder auch feinfühlende Gitarren-Slides. Ist das nun Gothic Singer-Songwriter, Anti-Folk-Noir oder doch morbider Barock-Pop? Oder von allem etwas? Auf jeden Fall ist es tief beeindruckend. A.S. Fanning kommt ursprünglich aus Dublin, lebt derzeit in Berlin. Er begann sein Soloprojekt 2013, nachdem sich seine frühere Band The Last Tycoons aufgelöst hatte. 2017 veröffentlichte der Musiker sein erstes Soloalbum „Second Life“ und trat im selben Jahr auf dem prestigeträchtigen SXSW-Festival in Austin auf. Im Mai 2023 erschien das dritte Album „Mushroom Cloud“.
17:00 Uhr HR 2 Menschen und ihre Musik
„Meine Home Base ist in meinen Instrumenten und meinen Projekten, nicht in einem Genre“ – Sebastian Studnitzky
Er ist einer der spannendsten, umtriebigsten, kreativsten Musiker der aktuellen Jazzszene. Allerdings möchte er sich nicht auf den reinen Jazz reduzieren lassen.
17:00 Uhr radio3 Das Gespräch
„Filme machen mit Haltung“ Die Regisseurin Martina Priessner im Gespräch
Am Mikrofon: Kirsten Dietrich
Migration ist das Thema von Martina Priessner, seit sie als junge Frau Türkisch lernte: ursprünglich der Liebe wegen, aber daraus wurde schnell gesellschaftliches Engagement. Sie lebt seit Langem in Berlin und länger auch in Istanbul. Und sie interessiert sich dafür, wie Migration das Leben und das Selbstverständnis von Menschen formt. Nach Radio und Theater wurde dafür der Dokumentarfilm Martina Priessners bevorzugtes Mittel. Sie begleitete türkische Menschen, die für den Familiennachzug nach Deutschland die deutsche Sprache lernen. Ihre Dokumentation „Wir sitzen im Süden“ fängt die Träume und Sehnsüchte von Türkinnen und Türken ein, die in Deutschland aufwuchsen und jetzt in Istanbul in Callcentern arbeiten. Ihr neuester Film fragt schonungslos nach den Zusammenhängen von Migration und Rassismus in Deutschland: In „Die Möllner Briefe“ begleitet Martina Priessner Überlebende des Brandanschlags, bei dem im November 1992 drei Menschen aus türkischen Einwandererfamilien starben.
18:00 Uhr HR 2 Feature
Neues aus aller Welt: Zu viele Touristen, zu wenige Touristen
Wir berichten aus Griechenland und Schottland
Die Korrespondentinnen und Korrespondenten der ARD berichten aus allen Teilen der Welt. In der Regel sind es kurze Berichte zu aktuellen Themen. Aber manchmal können sie sich auch Zeit nehmen für längere Feature und Reportagen. Unser Feature-Sendeplatz „Neues aus aller Welt“ führt uns heute nach Griechenland und Schottland.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel
„Hyperion oder Der Eremit in Griechenland“ Nach dem gleichnamigen Briefroman von Friedrich Hölderlin
Musik: Kai-Uwe Kohlschmidt Hörspielbearbeitung und Regie: Kai Grehn
(Produktion: SWR 2004)
Friedrich Hölderlin, dessen Gesamtwerk erst der Nachwelt erschlossen wurde, verdankte seine Leserschaft bei Lebzeiten vor allem dem Briefroman, der 1797/99 bei Cotta in Tübingen erschien. Vor dem Hintergrund des griechischen Freiheitskampfes seit 1770, der Hölderlins Generation für die Wiederbelebung antiker Ideale begeisterte, spiegelt der Roman auch den unterdrückten Freiheitsdrang im eigenen Lande.
18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
„Zuhören“ Von Edward Albee
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Pinkas Braun
Regie: Heinz von Cramer WDR/DRS 1977
1975 schrieb der amerikanische Dramatiker Edward Albee sein erstes Hörspiel. Es verbindet Gesellschaftskritik und existenzielle Fragen in einem intensiven akustischen Erlebnis, das die Hörer:innen zu aktivem Zuhören einlädt.
19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband
Jouez! – Avec Pierre (2)
hr-Bigband & Studierende des MA Bigband cond. by Pierre Bertrand, Hessischer Rundfunk, Hörfunkstudio II, Frankfurt, Juni 2025, Teil 2
19:04 Uhr WDR 3 Hörspiel – Große Geschichten
Die Wellen (1/2) Von Virginia Woolf
Regie: Bernhard Rübenach Produktion: SWR 1962
19:45 Uhr Ö1 Salzburger Festspiele 2025.
Auftakt zu „À Pierre“: Salzburg huldigt Boulez
Das Ensemble Le Balcon unter Maxime Pascal mit Musik von Boulez
Im März wäre Pierre Boulez 100 Jahre alt geworden. Die Salzburger Festspiele widmeten dem 2016 verstorbenen Komponisten und Dirigenten die Konzertreihe „A Pierre“. Zu deren Auftakt war das Ensemble Le Balcon unter Maxime Pascal mit Musik von Boulez sowie Gratulationswerken von Luigi Nono und Karlheinz Stockhausen zu erleben (Mitschnitt aus dem Großen Saal des Salzburger Mozarteums vom 19. August 2025)
20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Patrick Ziegelmüller
Die Geschichte der Stille und Outsider-Folk
Bei einigen Bands merkt man erst, dass sie eine lange Zeit von der Bildfläche verschwunden waren, wenn sie nach Jahren ein neues Album herausbringen. So auch bei Múm, die vor zwölf Jahren zuletzt von sich hören ließen. Die Band aus Island wurde Ende der 90er-Jahre gegründet und hat uns viele tolle Alben beschert. Irgendwann verstreuten sich die Mitglieder in alle möglichen Winkel der Welt und brauchten zwölf Jahre, um sich wieder zu finden. Mit „History Of Silence“ gibt es jetzt ein beachtliches Comeback. Wobei der Albumtitel irreführend ist. Statt Stille gibt es einen bunten Strauß wunderschöner Klangexkursionen. Elektronische und akustische Sounds sind gekonnt miteinander verwoben, der Gesang wird mehr gehaucht als gesungen und es gibt viele Ruhepausen in den einzelnen Songs, wodurch sie quasi zu atmen scheinen. Außerdem gibt es neue Musik von Beharie, Chantal Acda, Joan Shelley, Löwenzahnhonig, Yasmine Hamdan, The Divine Comedy, Toro Y Moi und The Alien Dub Orchestra sowie eine ausführliche Vorstellung von Peki Momés selbstbetiteltem Debütalbum, unserem Album der Woche.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Beethovenfest Bonn“ Beethoven-Haus, Bonn
Gabriel Fauré: Klavierquartett Nr. 1 c-Moll op. 15
Bryce Dessner: „Spirals“
Camille Saint-Saëns: Klavierquartett B-Dur op. 41
Notos Quartett
Sindri Lederer, Violine
Andrea Burger, Viola
Benjamin Lai, Violoncello
Antonia Köster, Klavier
Aufzeichnung vom 31.08.2025
20:00 Uhr radio3 Konzert
François-Xavier Roth dirigiert die Berliner Philharmoniker
Werke von Pierre Boulez, Ondřej Adámek und Igor Strawinsky
20:00 Uhr HR 2 Konzertsaal
Abschlusskonzert des „Kronberg Academy Festival“ 2023
Tabea Zimmermann, Viola; hr-Sinfonieorchester
Leitung: Christoph Eschenbach
Gioachino Rossini: Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell“
Béla Bartók: Bratschenkonzert
Felix Mendelssohn Bartholdy: 4. Sinfonie A-Dur op. 90 „Italienische“
(Aufnahme vom 3. Oktober 2023 aus dem Casals Forum)
Zum Abschluss des Eröffnungsfestivals war das hr-Sinfonieorchester mit dem Dirigenten Christoph Eschenbach und der Bratschistin Tabea Zimmermann im Hochtaunus zu Gast. Auf dem Programm des Konzertes standen neben der berühmten „Wilhelm Tell“-Ouvertüre Rossinis das Bratschenkonzert von Béla Bartók und Mendelssohns „Italienische“ Sinfonie.
20:03 Uhr WDR 3 Konzert
Sound der Metropolen: Die WDR Big Band & Gäste
Paris, Georgia und Sao Paulo sind nur einige der Stopps, die die WDR Big Band heute einlegt. Die Sängerin Madeleine Peyroux und der Gitarrist Chico Pinheiro schöpfen dabei aus ihrem reichen Klang-Fundus. Als junge Bohemian hat Peyroux die Welt bereist, in ihrer Musik klingen die Pariser Melancholie genauso wie der Blues ihrer Heimat Georgia. Mit der WDR Big Band begibt sie sich auf eine Klang-Reise durch ihr Leben. Für den Sprung nach Südamerika ist der Gitarrist Chico Pinheiro zuständig, Vertreter einer neuen Generation der Brazilian Music. Mit der WDR Big Band rundet er die Jazz-Weltreise ab.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„L.A. Dreams“ Eine Metropole repariert sich selbst
Von Martina Groß Regie: Andreas Hagelüken und die Autorin
Ton: Andreas Hagelüken Deutschlandfunk Kultur 2024
Los Angeles war immer Erzählung und Verheißung. In diesem Feature träumen die Bewohner der kalifornischen Metropole davon, dass ihre Reformideen die Stadt neu und besser machen. Und manche dieser L.A. Dreams könnten schon bald wahr werden.
21:05 Uhr Deutschlandfunk Konzertdokument der Woche
Klavier-Festival Ruhr 2025: Hayato Sumino, Klavier
Werke von Bach, Rameau, Mozart, Hayato Sumino, Ginastera und Gershwin
Aufnahme vom 30.6.2025 aus dem Anneliese Brost Musikforum, Bochum
Am Mikrofon: Simon Schomäcker
Auf YouTube erreicht Hayato Sumino (*1996) alias „Cateen“ ein Millionenpublikum – das ihm in die Konzertsäle folgt.
Beim „Klavier-Festival Ruhr“ bewies der Pianist Hayato Sumino, dass er selbstverständlich Literatur von Johann Sebastian Bach und dessen Zeitgenossen Jean-Philippe Rameau beherrscht. Mit Bach teilt der gebürtige Japaner eindeutig das Denken über Grenzen hinaus: Mozarts „Rondo alla Turca“ fliegt mal kurz virtuos durch sämtliche Dur- und Molltonarten. Bei George Gershwins „Ein Amerikaner in Paris“ mutiert das Klavier, ergänzt durch eine Melodica, regelrecht zum Orchester. Eigenkompositionen wie „Human Universe“ offenbaren nicht nur die Vorliebe für Chick Corea, Keith Jarrett oder Freddie Mercury, sondern auch Suminos unglaubliche Energie. Womöglich springt der 1996 geborene Pianist jeden Moment Jerry Lee Lewis-mäßig vom Hocker auf und spielt im Stehen.
22:03 Uhr Bayern 2 Eins zu Eins. Der Talk
Gast: Paula Eckl, Schaustellerin
Paula Eckl ist seit 35 Jahren Schaustellerin. Aus Liebe zu ihrem Mann entscheidet sich die leidenschaftliche Arzthelferin mit 19 Jahren für ein Leben auf dem Rummelplatz. Hin- und hergerissen zwischen ihrem Zuhause im Münchner Westend, den heranwachsenden Kindern und den Herausforderungen des Schaustelleralltags, meistert Paula alle Lebenskrisen. Ein „Eins zu Eins. Der Talk“-Gespräch zum Wiesn-Start vom September 2024.
22:03 Uhr SWR Kultur NOWJazz
„Hating Jazz“ – Grund zur Aufregung? Von Ulrich Kriest
Üblicherweise begegnet man Jazz an diesem Sendeplatz prinzipiell affirmativ und gewogen. Doch es gab und gibt auch andere Perspektiven auf die improvisierte Musik, die zwischen Desinteresse, Ablehnung, Spott, Verachtung und Kritik changieren: unsexy, verstaubt, chaotisch, prätentiös, elitär, selbstbezogen sei die Musik. Der US-amerikanische Autor Andrew S. Berish hat darüber gerade ein Buch geschrieben – Grund genug, einmal über das polarisierende Potential des Jazz nachzudenken.
23:03 Uhr SWR Kultur Essay
How to be gay. Von Simon Dömer
Mein Fenster zur Welt war: Fernsehen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich in Filmen und Serien mich selbst gesucht habe. „Er ist nicht schwul!“ – So wurde ich über Jahre verteidigt. Von Freundinnen auf dem Schulhof.
Das Ding ist aber: Ich bin schwul. War es damals. Bin es heute. Vielleicht liebe ich Fernsehen deshalb so. Weil mir jede Serie gezeigt hat, was alles möglich sein kann, in Sachen Liebe. Größtenteils natürlich nur, wenn man heterosexuell ist. Aber dazu in dieser Sendung mehr.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Neue Musik
Pantheon der Neuen Musik [01] Nono
Mit Anja Renczikowski
Nicht für eine selbstbezogene Kulturgesellschaft, sondern für die Menschen wollte Luigi Nono komponieren. Seine Musik – als lautstarker Appell, als Raumcollage oder an der Grenze des Hörbaren – zeigt stets einen Bezug zur Wirklichkeit mit politischer Sprengkraft. Das Menschliche lasse sich nicht von der Musik trennen, so Luigi Nono. Gegen Unterdrückung und soziale Missstände will er kämpfen und mit Musik ein politisches Bewusstsein schaffen. Nono spricht mit Fabrikarbeitern, verwendet aktuelle Flugblätter wie Texte von Hölderlin und bindet sie in eine Musik ein, die kaum kontrastreicher sein könnte: lautstarke Klangaktionen, musikalische Raumcollagen bis hin zu Live-Elektronik und Musik von tiefer Innerlichkeit.