Jazztrio aus London „Augen schließen und sich fallen lassen“
Ein Musiktipp von Anna Gruber (TAZ). Das österreichisch-britische Jazztrio Flur entwirft auf seinem Debütalbum „Plunge“ einen spirituellen Sound mit Anklängen an den Dancefloor.
Eine Harfe, die samtig glitzernd klingt, Saxofonmelodien wie gehaucht und Drumbeats, die eher Soundeffekte sind als Taktgeber: So klingt es auf dem Debütalbum „Plunge“ der Formation Flur, ein spannungsreiches Klangbild im Niemandsland zwischen Ambient und Free Jazz. Zudem führt „Plunge“ viele interessante Fäden ins Jetzt, um ahnen zu lassen, wie sich das Erbe des Spiritual Jazz von heute aus in die Zukunft fortführen lässt.
Das Londoner Trio lädt mit seinem Sound zum genauen Hinhören ein. Seine zehn Songs auf „Plunge“ klingen luftig und intensiv, introvertiert und zugleich weitläufig. Die Band scheut keine Repetitionen, bewegt sich im gemächlichen Tempo, wobei ein Großteil ihrer Songs komplett ohne Beat auskommt.
© TAZ, Kultur, Musik, 9.9.2025