Vor 50 Jahren erschien „Horses“ von Patti Smith – ein Meilenstein
Von Karl Fluch (Standard). Das Debüt der US-Musikerin ist ein untypisches Punk-Album, genau das macht es besonders und legte den Grundstein für eine bis heute anhaltende Karriere.
Das schwarz-weiße Coverfoto mag damals ungewöhnlich gewesen sein, trotzdem: Würde man sich lediglich an den Frisuren der Band orientieren, die Idee, dass es sich bei dem Album um Punk handeln könnte, käme einem nicht in den Sinn. Die vier Jungs auf der Rückseite des Patti Smith Albums Horses sehen zeitgemäß nach Mitte der 1970er-Jahre aus: mit Könisgpudellocken und Mopedrocker-Stufenschnitt. Da wirken die Hippies nach, gewürzt mit Glamrock. Dass es sich bei Horses um ein Werk des Umbruchs handelt, zeigt es nicht. Erst unter der Plattennadel offenbart es eine Musik mit einem veränderten Zugang: Der Gesang von Smith hat etwas von einer launischen Katze mit ausgefahrenen Krallen.
© Standard, Kultur, Musik, 15.10.2025