Patti Smith rockt Beethoven

Die Rocksängerin, Künstlerin und Aktivistin erhält den Beethovenpreis 2020. Auch im Rentenalter setzt sich die 73-Jährige nicht zur Ruhe. Von Julian Weber

 „Roll over Beethoven“: Es mag zunächst überraschend scheinen, dass eine Punk- und Rocksängerin den internationalen Beethovenpreis 2020 erhält. Doch zur vielseitigen Künstlerin Patti Smith kann es nur passen.

Geboren 1946 in Chicago, aufgewachsen in einer Arbeitersiedlung im vorstädtischen New Jersey, tauchte sie um 1968 in New York auf, sang, spielte Gitarre und trug Poesie vor. Cool, aber trotzdem nahbar. Smith eroberte die bis dahin männerdominierte Rockszene. Etwa zur selben Zeit erschien das dritte Album „Electric Ladyland“ des afroamerikanischen Rockgitarristen Jimi Hendrix. „Keine Frau, kein Mann hat Hendrix je getoppt. Es geht bei ihm nicht um Gender, es geht doch darum, von welchem Planeten er kommt“, hat sie gesagt. Sie sah in Rock ’n’ Roll immer etwas Größeres als nur sich oder das eigene Ego. Der simple Trick, in einem Rocksong höhere Kunst zu sehen, hat ihr über alle Tiefen ihrer mehr als 50-jährigen Karriere geholfen.

© TAZ, Kultur, 15.12.2020

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