The Free Jazz Collective Musiktipp: Tashi Dorji – low clouds hang, this land is on fire / Drag City Records
Von William Rossi. Tashi Dorjis Musik war schon immer (umgangssprachlich) politisch, ein Instrument, das seinen radikalen und anarchistischen Idealen eine Stimme verleiht, die er mit revolutionärem Eifer vertritt, und genau diese Art von Musik brauchen wir gerade jetzt.
Etwas untypisch für ihn ist dieses Album (sein drittes bei Drag City) jedoch ein ruhiges Album, das aus zerbrechlichen, offenen Melodien, zarten Lautstärkeschwankungen und schimmernden Obertönen besteht, überzogen von einem dichten Schleier aus Verstärkerrauschen und allumfassendem Hall. Wenn man es versuchen wollte, könnte man dieses Album am Rande dessen einordnen, was wir als Ambient bezeichnen, doch die Musik lässt einen nie ganz abdriften: Die Improvisationen sind komplex und facettenreich, es gibt immer eine unerwartete Note, eine überraschende Wendung und den Hauch der bereits erwähnten Leidenschaft, die das Publikum fesseln und die Stücke konsequent vorantreiben.
Dorjis Werk wurde auf dieser Seite im Laufe der Jahre ausführlich besprochen, und er ist äußerst produktiv, sei es durch seine Zusammenarbeit mit Tyler Damon, seine Arbeit bei Kuzu, Manas oder seine brandneue Zusammenarbeit mit Audrey Chen. Es ist großartig zu sehen, wie überraschend seine Musik immer noch sein kann, und ich hoffe, dass wir noch viele Jahre darüber diskutieren werden.
© The Free Jazz Collective, 14.4.2026