Radiotipps für den 24.5.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:03 Uhr Bayern 2 Radiojazznacht
Klassiker, neue Alben und Live-Musik
Mit Marcus A. Woelfle
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Wir leben in anderen Zeiten“ Die Baltic Music Days, ein Festival der nordeuropäischen Avantgarden. Eine Reportage von Matthias Richard Entreß
Wie anders sind die neuen Musiken aus dem Baltikum, postsowjetisch befreit, weitgehend abseits von westlichen Diskursen?
Ein Blick über den Tellerrand: Die jährlichen Baltic Music Days, die im Coronajahr 2021 zum ersten Mal stattfanden, sind das wichtigste Forum der zeitgenössischen Musik dieser Region aus drei Nationen, drei Sprachen, aber einer gemeinsamen Unterdrückungs- und Befreiungsgeschichte. Das Programm 2026 dreht sich um den Begriff „Zeit“, dessen freie Umsetzung in der Gesamtschau eine prägnante Stimmlage im kulturellen Plenum Europas darzustellen verspricht, mit anderen Maßstäben und anderen Ideen.
01:03 Uhr Ö1 Jazznacht
Das Miles Davis Septett live in Brüssel 1971
Anlässlich der Miles Davis gewidmeten Jazznacht gelangt eine Rarität aus dem Archiv des Flämischen Rundfunks VRT via European Broadcasting Union (EBU) zur Ausstrahlung: Am 26. Oktober 1971 gastierte Miles Davis mit einem perkussionslastigen Septett im Palais des Beaux-Arts in Brüssel. Mit an Bord war neben Saxofonist Gary Bartz auch der von Davis als Genie bezeichnete Pianist Keith Jarrett, der hier allerdings auf von ihm selbst nicht gerade geliebten elektronischen Tasteninstrumenten (E-Piano, Orgel) agieren musste. Davis und seine Band waren auf jeden Fall gut in Form und bescherten dem Publikum einen energetischen Konzertabend.
11:05 Uhr Bayern 2 Radiomitschnitt
Gregory Porter bei der Internationalen Jazzwoche in Burghausen
Aufnahme des Konzerts vom 26. März 2025 bei der Internationalen Jazzwoche in Burghausen
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Der Architekt Volkwin Marg im Gespräch mit Joachim Scholl
Der Bau des Berliner Flughafens Tegel machte ihn schon in jungen Jahren berühmt: Volkwin Marg. Mit spektakulären Bauten wurde er zu einem Weltstar der Architektur. Noch heute geht der inzwischen fast 90-Jährige jeden Tag ins Büro.
14:00 Uhr HR 2 Hörspiel-Premiere
„ETTY. Hörspiel nach den Tagebüchern von Etty Hillesum“ (1/2)
Bearbeitung und Regie: Elisabeth Weilenmann
15:00 Uhr radio 3 Die Hörbiografie
Robert Schumann – Die innere Stimme: Maskeraden
Eine Hörbiografie von Jörg Handstein (3/10)
15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature
Hommage a György Kurtàg. Von Jean-Claude Kuner
Produktion: YLE/Aldeburgh Music Fest 2016
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
„Handgemachte Kreativität“ Der US-amerikanische Musiker Rostam. Von Marcel Anders
Der persisch-stämmige US-Amerikaner ist als Teil der Band Vampire Weekend ein Star – aber auch solo groß.
Mit seiner Band Vampire Weekend hat der 42-jährige US-Amerikaner mit iranischen Wurzeln Indie-Pop-Geschichte geschrieben: Die Alben „Vampire Weekend“, „Contra“ und „Modern Vampires Of The City“, an denen Rostam Batmanglij als Gitarrist, Co-Autor und Produzent beteiligt war, machten das Quartett aus New York zu einer der wichtigsten Bands der späten 2000er/frühen 2010er – und Rostam zum gefragten Produzenten mit drei Grammy-Nominierungen. Der studierte Musiker betreute daraufhin angesagte Kollegen wie Haim, Jack Johnson, Charlie XCX, Carly Rae Jepse und startete Nebenprojekte wie Discovery. 2016 machte er sich selbstständig, um Musik für Filme und Theaterstücke, aber auch drei Solo-Alben aufzunehmen. Sein neuestes Werk „American Stories“ ist eine kritische Auseinandersetzung mit seinem Leben und seiner Identität als homosexueller persischer Künstler. Alle Stücke entstanden live im Studio: Handgemachtes mit Kreativität, Klasse und klaren Worten.
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Das Spinnennetz“ (1/2) von Joseph Roth
Komposition: Jakob Diehl Regie: Katja Langenbach BR 2012
Der erste Weltkrieg ist vorbei. Und der Kriegsheimkehrer Theodor Lohse sucht seinen Platz in einer Gesellschaft, die ihn nicht mehr will. Getrieben und frustriert schließt er sich einer rechtsradikalen Geheimorganisationen an – und gerät ins Spinnennetz.
Mit seinem Romandebut „Das Spinnennetz“ zeichnete Joseph Roth 1923 Deutschlands Weg in die NS-Diktatur vor. Die Geschichte von Leutnant Lohse ist von beklemmender Aktualität.
16:00 Uhr radio 3 Hörspiel
… liner Roma … Tanz auf dem Vulkan
Von Joachim Ringelnatz .Bearbeitung: Thomas Gerwin rbb 2015
18:00 Uhr HR 2 Das Feature
„Spielräume der Begegnung“ Was es heißt, mit- und füreinander da zu sein – von Astrid Nettling
Was eine Ausnahmesituation bei Menschen freisetzen kann, haben wir durch die Pandemie erfahren, die uns aus dem alltäglichen und selbstverständlichen Miteinander herauskatapultiert hat.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel
„Kein Fluss“ Nach dem gleichnamigen Roman von Selva Almada
Aus dem Spanischen von Christian Hansen
Musik: Steffen Schleiermacher
Hörspielbearbeitung und Regie: Ulrich Lampen
(Produktion: SWR 2024)
18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
Nachricht an alle (1/2) Nach dem Roman von Michael Kumpfmüller
Bearbeitung: der Autor. Regie: Leonhard Koppelmann
Ton und Technik: Bernd Friebel, Susanne Beyer
Regieassistenz: Paul Frick Deutschlandradio Kultur 2009
Ein Minister, eine SMS, ein Land im Aufruhr: Minister Selden gibt Pressekonferenzen, während Autos brennen und Protest in Terror umschlägt. Politik wird zunehmend zur Bühnenshow. Aber zählen Worte auch noch, wenn Gewalt spricht?
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk
Popjournalismus in Deutschland
Erika Thomalla und Michael Reinboth im Gespräch. Mit Ralf Summer
„Gegenwart Machen: Eine Oral History des Popjournalismus“, so heißt das neue Buch der Münchner Literaturwissenschaftlerin Erika Thomalla. Es bringt uns in lesenswerten Roundtable-Gesprächen die Blütezeit deutscher Pop-Magazine zurück. Entstanden aus den alternativen Stadtmagazinen der 70er, oft mit anglo-amerikanischen Vorbildern, entwickelte sich in den Großstädten dank Punk & New Wave eine eigene Musik mit angeschlossener Medienszene. Sounds, Mode & Verzweiflung, Elaste, Spex, Titanic, Wiener, Tempo … hießen die Magazine und brachten neben der neuen Musik der 80er auch eine neue eigenwillige Sprache mit. „Man schrieb Pop“, wie Hans Nieswandt im Vorwort schreibt. „Das Kleine groß und das Große klein machen“, lautete ein Credo der Popjournaille. Thomalla und Michael Reinboth, Mitgründer des Elaste-Magazins, sprechen in dieser „Zündfunk“-Stunde über den deutschen Popjournalismus, der mit der Print-Krise in Papierform fast verschwunden ist. Die wenigen verbliebenen Musikmagazine sind meist serviceorientierte Hefte oder spezialisierte Nischenprodukte, die keine breitere Öffentlichkeit erreichen. Auch Social Media hat seinen Teil dazu beigetragen, dass keine Popmagazine mehr gemacht bzw. gekauft werden.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
Konzerthaus am Schloss, Kiel
Igor Andrić: „Walls of Constantinople“ (Uraufführung)
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219
Fazıl Say: „Istanbul Senfonisi“ für großes Orchester und türkische Instrumente
Mirijam Contzen, Violine
Burcu Karadağ, Nay-Flöte
Aykut Köselerli, Schlagzeug
Hakan Güngör, Kanun
Philharmonisches Orchester Kiel
Leitung: Howard Griffiths
Aufzeichnung vom 18.05.2026
20:01 Uhr Ö1 Zeit-Ton
Zeitreise mit Alexander Pehlemann „Der Magnetbanduntergrund der DDR“
Gemeinsam mit Alexander Pehlemann tauchen wir in dieser Zeit-Ton Zeitreise in die Geschichte und die Musik des Magnetbanduntergrunds der DDR ein. Pehlemann wurde 1969 in Berlin-Lichtenberg geboren und wuchs in Greifswald auf, wo er 1993 das Magazin Zonic für „kulturelle Randstandsblicke und Involvierungsmomente“ gründete. Sein reiches Wissen über die ostdeutsche Underground-Szene der 1980er und 1990er Jahre bündelte er in den beiden Büchern „Spannung. Leistung. Widerstand. Mangnetbanduntergrund DDR 1979 – 1990“ und „Magnetizdat DDR“, in Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren Autorinnen und Autoren. Ein weiteres Buch, das er mitherausgegeben hat – „Power von der Eastside!“ – beschäftigt sich mit der Rolle des einflussreichen DDR-Jugendradios DT64. Außerdem sorgt Pehlemann als Kurator mehrerer Compilations und Ausstellungen und seit 2018 auch des Labels „Edition Iron Curtain Radio“ dafür, dass die so geschichtsträchtige Musik von damals auch noch in der Zukunft zu hören sein wird.
20:58 Uhr Ö1 Zeit-Ton
Berliner Vokalensemble beim Osterfestival Tirol
The Present mit drei Uraufführungen in Hall in Tirol
Unter das zweifach lesbare Motto „un_endlich“ hat Hannah Crepaz, die Leiterin von Musik Plus, ihre Ausgabe des Osterfestival Tirol 2026 gestellt. Wie immer vereint das Festival in Hall in Tirol und Innsbruck Alte und Neue Musik, Tanz, Theater und Lesungen. In insgesamt 21 Veranstaltungen wird versucht, das Thema des Jahres aus möglichst vielen Richtungen zu beleuchten. Neue Musik inspiriert von Passionsmusik bringt der Abend unter dem Titel „…bis an die Seele“ am 27. März 2026. Das Vokalensemble The Present, das immer wieder alte und neue Musik verbindet, spielt drei Uraufführungen. Zwei stammen aus Tiroler Werkstatt: Günther Zechberger und Hannes Kerschbaumer bekamen dafür einen Kompositionsauftrag des Osterfestival Tirol. Dazu gesellt sich die US-amerikanische Komponistin und Bratschistin Catherine Lamb. Die Idee war: Ausgehend von Passionsmusik der Renaissance und des Barock – etwa von Werken von Giovanni Pierluigi da Palestrina und Giovanni Legrenzi – sich den Themen Verlust, Trauer und Hoffnung musikalisch anzunähern. Als Basismaterial standen acht Stimmen, Viola da Gamba, Violoncello und Orgelpositiv zur Verfügung.
22:00 – 23:00 Uhr ARD Jazz. Spotlight
So What? Miles Davis zum 100. Geburtstag
Er war ein Popstar des Jazz: sein Name berühmt, sein Image exzentrisch, sein Schaffen so prägend wie erfolgreich. Geboren am 26. Mai 1926, feiert die Musikwelt in diesem Jahr den 100. Geburtstag von Jazztrompeter Miles Davis.
Am Mikrofon: Julia Neupert, Konrad Bott
20:00 Uhr ByteFM Neuland
Sozialkritischer Blues, Retro-Soul aus Indonesien und wiederentdeckte Alben
Aja Monet ist eine wahre Blues-Poetin. Geboren und aufgewachsen in Brooklyn/New York, gewann sie im Alter von 19 Jahren den legendären Nuyorican Poets Cafe Grand Slam Poetry Award und steht in der langen Tradition von Dichter*innen, die sich an sozialen Bewegungen aktiv beteiligen und diese mitgestalten. Ihr Debütalbum „When The Poems Do What They Do“ heimste 2024 eine wohlverdiente Grammy-Nominierung ein. Auf ihrem neuesten Album „The Color Of Rain“ sind nicht nur die Klänge, sondern auch jede einzelne Textzeile hörenswert.
Thee Marloes sind ein Trio aus Surabaya, einer Hafenstadt auf der indonesischen Insel Java, um die Sängerin und Keyboarderin Natassya Sianturi. Auf ihrem zweiten Album „Di Hotel Malibu“ wird warmer Retro-Soul dargeboten, den man nicht unbedingt von dort erwartet hätte. Außerdem gibt es neue Musik Future Islands, David Eugene Edwards, F.S.Blumm, Get Well Soon, Simon Joyner, Alela Diane, Odd Beholder, Bleachers und JuJu Rogers sowie eine ausführliche Vorstellung von „Manivelles“, unserem Album der Woche von Anadol & Marie Klock.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Eingraviert“ Christin, ihr Tattoostudio und der Krebs
Von Gülseren Sengezer Regie: die Autorin
Ton: Michael Kube Deutschlandfunk 2026
In Christins Tattoostudio werden Lebens-, Leidens- und Verlustgeschichten auf die Haut graviert. Die Chefin bietet allen einen sicheren Ort. Doch als der Krebs kommt, braucht Christin selbst Hilfe.
21:03 Uhr Bayern 2 Radiomitschnitt
Dominique Fils-Aimé im Stadttheater Landsberg
Aufnahme des Konzerts vom 21. März 2026 im Stadttheater Landsberg
21:05 Uhr Deutschlandfunk Konzertdokument der Woche
Kronberg Festival 2025
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonia Concertante Es-Dur für Violine, Viola und Orchester, KV 364
Georges Enescu: Oktett für Streicher C-Dur, op. 7
Lili Boulanger: D’un Soir Triste
Béla Bartók: Divertimento für Streichorchester, Sz 113
Hans Christian Aavik, Violine
Ensemble Resonanz
Tabea Zimmermann, Viola und Leitung
Aufnahme vom 25.9.2025 aus dem Casals Forum in Kronberg
Am Mikrofon: Ursula Böhmer
Das Ensemble Resonanz geht mit Tabea Zimmermann auf musikalische Reise von Rumänien über Ungarn, Österreich bis Frankreich.
Alte und neue Klänge in Zusammenhänge setzen, das schreibt sich das Ensemble Resonanz seit 2014 auf die Fahnen. In Hamburg hat sich das Ensemble einen Proben-, Konzert- und Clubraum geschaffen, in dem klassische Kammermusik auch mal auf Elektromusik trifft. Im Casals Forum der Kronberg Academy brachten sie im vergangenen Herbst die sehr unterschiedlichen Klangwelten von Wolfgang Amadeus Mozart, George Enescu, Béla Bartók und Lili Boulanger zusammen. Und holten sich Verstärkung bei der Bratschen-Koryphäe Tabea Zimmermann und dem jungen Geiger Hans Christian Aavik. Der gebürtige Este ist seit 2022 Student an der Kronberg Academy.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
Odetta
Mit dem Klassiker „Cumba ya ma Lord“ begann die damals 59-Jährige US-amerikanische Sängerin Odetta ihr women in (e)motion-Konzert in der Bremer Unser Lieben Frauen Kirche. Es folgte eine tief ergreifende Gospelmesse.
Mitschnitt vom 12. September 1990, Kirche Unser Lieben Frauen
22:05 Uhr Ö1 Diagonal
Eine Ikone des Jazz. Zur Person Miles Davis
Miles Davis war einer der einflussreichsten Jazzmusiker und Trompeter der Musikgeschichte. Ein Diagonal anlässlich des 100. Geburtstags.
Er prägte diverse Jazzstile – der wichtigste darunter wohl Cool Jazz – und er war ein Meister der Fusion. Selbst Nichteingeweihte erkennen sein Jahrhundertalbum „Kind of Blue“ (1959) nach wenigen Sekunden. Davis setzte damit eines der bedeutendsten Jazzalben überhaupt in die Welt. Er arbeitete und spielte mit John Coltrane und Herbie Hancock. Und er begann ab den 1970er-Jahren mit elektrischen Instrumenten und Rock-Einflüssen zu experimentieren. Miles Davis‘ Innovationsgeist sollte Generationen von Musikern weit über den Jazz hinaus beeinflussen. Miles Davis war nicht, wie beispielsweise Max Roach, eine explizite Stimme im antirassistischen Kampf, doch definitiv black and proud. Er ließ sich nichts gefallen und stellte, ähnlich wie der Boxer Jack Johnson, dem er auch ein Album widmete, die Insignien des Wohlstandes gerne aus – schnelle Autos, schöne Frauen. Dass er neben seiner musikalischen Genialität auch dunkle Seiten hatte und einmal für sieben Jahre in einer Hölle aus Drogen und sexuellem Innuendo verschwand, steht auf einem anderen Blatt, darf aber nicht verschwiegen werden. Die komplexe, kontroversielle Figur Miles Davis ist nur in einer Mischung aus Höhen und Tiefen, aus Exzess und fokussierter kreativer Energie vollständig zu begreifen.
Eine Sendung von Klaus Nüchtern, Thomas Mießgang und Peter Waldenberger.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
„Totgesagte leben länger“ Linker Buchhandel in der Bundesrepublik
Von Nils Kahlefendt (Wdh. v. 15.01.2017)
Linke Buchhandlungen sind noch immer für Aufregungen gut.
23:03 Uhr SWR Kultur Essay
Der Denk-Herr und der kleine Dichter – Martin Heidegger und Paul Celan oder Das Geheimnis der Begegnung. Von Frank Hertweck
Der Essay macht sich auf die Suche in den Archiven, er schaut in die Bibliotheken von Celan und Heidegger, die sich im Deutschen Literaturarchiv in Marbach befinden, deutet Lesespuren, Anstreichungen oder offensichtliche Desinteresse. Eines ist dabei schnell klar, die Begegnung der beiden findet nicht wirklich auf Augenhöhe statt. Wie aber dann?
23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix
„Der Niedergang der amerikanischen Großstadt“ Der Autor David Simon über den amerikanischen Traum und die Kriegszonen der Inner Cities. Mit Jonathan Fischer
David Simon beschäftigt sich in seinen Fernsehserien („The Wire“, „Treme“) und seinen nun auch auf Deutsch erschienenen Büchern („The Corner“/1997 , „Homicide“/ 1991) mit seiner großen Liebe: der amerikanischen Großstadt. Beziehungsweise ihrem drohenden Untergang durch staatliche Vernachlässigung, fehlende Arbeitsplätze und einem War on Drugs, der mehr und mehr zum Krieg gegen die Unterschicht wird. Bis in die 1960er Jahre hinein lebte der amerikanische Traum von der Dynamik der Großstädte. Ihre Fabriken dienten der Unterschicht als Aufstiegsmotor. In Clubs, Küchen und auf den Straßen vermischten sich die verschiedenen Immigrantenkulturen. Inzwischen funktioniert der Melting Pot in den meisten amerikanischen Großstädten nicht mehr. Am Beispiel von Baltimore und New Orleans zeigt David Simon die Zusammenhänge zwischen verödeten Inner Cities, zerbrechenden Nachbarschaften und der Zukunft Amerikas.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Neue Musik
Mitternacht in Moers – Koshiro Hinos Phasenübergänge
Musik ändert ihren Aggregatzustand: Aus konzentrierter Stille wird ein aufbrausender Soundsturm. Lea Felizitas Helm mit einem Highlight des Moers Festivals 2025: „SO-TEN-I“ von Koshiro Hino.
23:03 Uhr BR Klassik – Musik der Welt
30 Jahre Buena Vista: Kuba und die ewige Nostalgie. Von Jay Rutledge
Ende der 90er Jahre war die kubanische Musik plötzlich wieder da. Damals fiel der Startschuss für die größte Erfolgsgeschichte der kubanischen Musik in den letzten 50 Jahren: der Buena Vista Social Club. Über 8 Millionen Mal verkaufte sich das erste Album der alten Son-Legenden weltweit. Niemand konnte bis heute mehr Grammy Awards abräumen als die Stars des Buena Vista Social Club. Ausgerechnet eine Musik der Erinnerung wurde zum Soundtrack, mit dem die Welt Kuba identifiziert. Ihr Erfolg war Segen und Fluch zugleich: Er hat Kuba in seiner Vergangenheit eingefroren. Buena Vista ließ die Welt in der Vergangenheit schwelgen und übersah dabei die Gegenwart. Plötzlich kamen unzählige Journalisten nach Kuba, Plattenfirmen, Musikliebhaber, aber niemand interessierte sich für die aktuellen Stars der Insel. Die Kubaner haben das bis heute nicht verstanden.