A Closer Listen Musiktipp: Machinefabriek – Samen / Self Release
Heute gibt es keinen Jazz als Musiktipp, sondern Machinefabriek mit einer Compilation seiner verstreuten Musikstücke. Ich kenne keinen anderen Musiker, der gefühlt jeden Monat neue Musik veröffentlicht und dabei nie an Qualität einbüßt.
Oder, um es mit den Worten von Richard Allen zu sagen: „Er ist einer der wenigen Künstler, bei denen die Produktivität nicht zu einem Qualitätsverlust führt.” Dem kann ich nur zustimmen. Die Compilation ist bestens für alle geeignet, die jetzt interessiert sind. Sie kann die Vielfalt und Bandbreite von Rutger Zuydervelt aka Machinefabriek allerdings nicht wiedergeben, was eigentlich gar nicht möglich ist, aber es ist ein Einstieg in seine Musikwelt und das lohnt sich sehr!
Machinefabriek ist mit dem Compilation-Format bestens vertraut. Eines der frühesten Projekte dieser Art, die 2007 erschienene Doppel-CD Weleer, versammelte die besten Titel von über 30 CD3″s. Damals galt sie als perfekter Einstieg in das Werk eines relativ neuen Künstlers. Zwei Jahrzehnte später ist Rutger Zuydervelt nach wie vor äußerst produktiv – im Zuge von Samen sind bereits mehrere Veröffentlichungen erschienen –, wobei er sich als einer der wenigen Künstler auszeichnet, bei denen die Produktivität nicht zu einem Qualitätsverlust führt.
Samen enthält vereinzelte Titel aus dem vergangenen Jahrzehnt, die ursprünglich auf Lathe-Cut-Platten, Visitenkarten, Kassetten, 7″-Platten, digital, als Split-Veröffentlichung und auf anderen Compilations erschienen sind. Auch dies ist wieder ein guter Einstieg in die Welt von Machinefabriek, wenn auch kein vollständiger, da sich das Schaffensfeld des Komponisten im Laufe seiner Karriere stark erweitert hat – es berührt nahezu jedes von uns behandelte Genre und konzentriert sich in jüngster Zeit vor allem auf Produktionen für Theater und Tanz.
Keine Zusammenstellung reicht aus, um alle Facetten von Machinefabriek zu vermitteln – eine bemerkenswerte Lücke hier, wenn auch aus klanglichen Gründen verständlich, ist seine verspielte, clubtaugliche Seite, die auf Veröffentlichungen wie Hinkelstap zu hören ist. Wir würden uns sehr über eine zweite Zusammenstellung dieser Art freuen und sogar – dürfen wir das überhaupt fragen? – über ein Greatest-Hits-Album. Die Herausforderung läge in der Zusammenstellung, da der Künstler im Laufe der Jahre bereits so viele transzendente Momente geschaffen hat, dass es fast unmöglich wäre, eine Auswahl zu treffen. Macht weiter so, sagen wir; wir werden uns jedes einzelne anhören. (Richard Allen) © A Closer Listen, 26.6.2026