Musikszene: „Unmögliche Schönheit“ 100 Jahre Hans Werner Henze
Von Maria Gnann (DLF). Wohlklang war verpönt bei der Nachkriegs-Avantgarde. Henze lehnte Dogmen ab und folgte der Tradition europäischer Klassik.
Hans Werner Henze wurde am 1. Juli 1926 in Gütersloh geboren, als Sohn eines Nazi-Vaters und homosexueller Komponist verließ er Deutschland in den Fünfzigern und schuf von seinem Landsitz bei Rom ein kolossales Werk. 2012 starb er in Dresden. Vor allem seine Musiktheaterwerke, aber auch Ballette, Sinfonien und Kammermusik machten ihn weltbekannt. Henze etablierte Mitmach-Festivals wie das Cantiere Internationale d’Arte in Montepulciano oder die Münchener Biennale für zeitgenössisches Musiktheater. 100 Jahre nach seiner Geburt fragen wir Weggefährten, Schüler und Musikwissenschaftlerinnen: Was ist von Henzes Überzeugung geblieben, Musik diene als Mittel der Kritik und Humanisierung der Gesellschaft? Und von welcher Schönheit erzählt sein komplexes Werk?
© Deutschlandfunk, Musikszene, 30.6.2026