„Orgelmusik“ Zum 100. Geburtstag der Organistin und Komponistin Ruth Zechlin
Einige Ihrer Werke spielt Ruth Zechlin selbst an der Orgel! Großhartmannsdorf in Sachsen, nahe der tschechischen Grenze, 22. Juni 1926. Ruth Zechlin wird geboren. Groß geworden ist sie in Leipzig, und Bach war zeitlebens ihr Dreh- und Angelpunkt.
„Wider den Schlaf der Vernunft“. Das war das Motto einer Protestnacht in Ostberlin vor der Wende im Herbst 1989, als die DDR kurz vor dem Kollaps stand – da gab es viele Demonstrationen und Proteste. „Wider den Schlaf der Vernunft“ hiess auch ein Orgelstück von Ruth Zechlin, sie schrieb es für genau diese Veranstaltung: fortissimo, voller Klangschichtungen. Ein lauter Protest. Denn auch sie hatte genug von einem Staat, der sie nie in Ruhe gelassen, sondern immer beobachtet hatte. Weil Ruth Zechlin anscheinend zu wenig traditionsbewusst komponierte. Dabei war Tradition das, was sie am meisten interessierte – halt neu aufgeladen: streng polyphonen Linienführung und leuchtende Klangfelder. Sozusagen Johann Sebastian Bach 2.0.
Ruth Zechlin:
„Ruhe und Bewegung“ (Werner Jacob, Andreas Jacob: Orgel)
„Wider den Schlaf der Vernunft“ (Ruth Zechlin: Orgel)
„Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz“ (Ruth Zechlin: Orgel)
„Auferstehung“ (Ruth Zechlin) (Ruth Zechlin: Orgel)
„Hommage à Henry Purcell“ (Markus Zahnhausen, Blockflöte; Ruth Zechlin, Cembalo)
© BR Klassik, Orgelmusik, 26.6.2026