„Hippietrail von München nach Kalkutta“ Die legendäre Konzertreise der Band Embryo + Film
Von Ralf Bei der Kellen (DLK). 1979 reist die Krautrockgruppe Embryo auf dem Landweg nach Indien. Die LP, die auf der Reise entsteht, gilt als einer der Ursprünge der Weltmusik.
Die ersten Deutschen, die nach Indien reisten, hatten meistens einfache Motive: Sie wollten reich werden und/oder die Inder mit dem Christentum beglücken. Das änderte sich im 20. Jahrhundert. Inspiriert von Hermann Hesses Siddharta, wurde Indien zu einem Ort, an dem man echte Spiritualität, Ruhe und Erleuchtung finden konnte. Schon 1951 reisten der „Volkssänger“ Oss Kröher und sein Freund Gustav Pfirrmann auf einem Motorrad von Pirmasens nach Indien, um dort Land, Leute und ihre Musik kennenzulernen. Und mit den Ashram-Besuchen der Beatles wurde die Indienfahrt ein popkulturelles Phänomen.
1978 macht sich die Band Embryo von München aus mit drei Bussen auf dem Landweg nach Indien auf. Entlang der Straßen und Pisten hatten sie Dutzende Auftritte und musikalische Begegnungen mit örtlichen Künstlern. 22 Personen, neun Monate, 10.000 Kilometer, dazu unzählige Reifenpannen, üble Krankheiten und Ärger mit Behörden – eine gewaltige Anstrengung! An deren Ende steht etwas, was man kurze Zeit später als Weltmusik bezeichnen würde..
© Deutschlandfunk Kultur, Feature, 19.8.2026