Radiotipps für den 7.9. – 11.9.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
8.9. // 9.9. // 10.9. // 11.9. //
7.9.2026
01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Klassik
Moderation: Haino Rindler
Das Album Arthur Foote: The Complete Cello Works schließt eine historische Lücke in der US-amerikanischen Musikgeschichte. Im Zentrum steht das Cellokonzert g-Moll von 1894, das nach über 130 Jahren Archiv-Schlummer von Julian Schwarz rekonstruiert wurde. Zusammen mit dem Buffalo Philharmonic Orchestra und der Pianistin Marika Bournaki erweckt Schwarz das hochlyrische Celloschaffen von Foote zu neuem Leben.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
Erinnerung an Cassandra Wilson & mehr Musik grenzenlos
Mit Cassandra Wilson ist jetzt eine der prägenden Sängerinnen des modernen Jazz gestorben.
19:30 Uhr Ö1 On Stage
Eröffnung des Jazzfestivals Saalfelden 2026: Altsaxofonistin Yvonne Moriel & Strange Motion
Sie war eine logische Kandidatin: Mit der Tiroler Saxofonistin und Flötistin Yvonne Moriel erhielt eines der spannendsten österreichischen Jazz-Talente der letzten Jahre den Kompositionsauftrag zur Eröffnung des diesjährigen Jazzfestivals Saalfelden. Moriel ist gesuchte Solistin u. a. im international erfolgreichen Septett Shake Stew von Bassist Lukas Kranzelbinder. Und auch als Bandleaderin ihres eigenen Sweetlife Quartet ist die 34-jährige, in Wattens geborene Musikerin hervorgetreten. 2024 erhielt Yvonne Moriel den Österreichischen Jazzpreis in der Kategorie „Best Newcomer“.
Zur Eröffnung des Jazzfestivals Saalfelden am 21. August d. J. auf der Hauptbühne im Congress Saalfelden hatte Moriel das Sextett Strange Motion zusammengestellt. Nur mit dem Wiener Bassisten Manu Mayr hatte sie zuvor zusammengearbeitet, mit dem in Berlin lebenden griechischen Keyboarder Antonis Anissegos, der in London beheimateten niederösterreichischen Harfenistin Miriam Adefris sowie dem französischen Schlagzeuger Toma Gouband und seinem Berliner Kollegen Max Andrzejewski stand sie erstmals auf der Bühne.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature
„25 Jahre nach 9/11“ Die lange Spur des Islamismus in Deutschland
Von Joseph Röhmel
Am 11. September 2026 jähren sich die Anschläge von New York und Washington zum 25. Mal. Die Terrorakte veränderten die Sicherheitsarchitektur westlicher Staaten grundlegend und prägten über Jahrzehnte die Debatten über Terrorismus, Überwachung, Integration und den Umgang mit Muslimen. In Deutschland rückten islamistische Netzwerke, Radikalisierung und die Arbeit von Sicherheitsbehörden stärker in den Fokus. Während die Gefahr lange vor allem mit Al-Qaida und später dem sogenannten Islamischen Staat verbunden wurde, beschäftigen Behörden heute zunehmend auch langfristig angelegte islamistische Einflussnetzwerke und salafistische Milieus. Der Blick auf aktuelle Fälle, Ermittlungen und persönliche Schicksale zeigt, wie die Folgen von 9/11 bis heute nachwirken – und welche Herausforderungen islamistischer Extremismus, gesellschaftliche Spannungen, Parallelstrukturen und Radikalisierung auch ein Vierteljahrhundert später für Gesellschaft und Rechtsstaat darstellen.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur In Concert
Wigmore Hall, London: The Bantu Ensemble feat. Abel Selaocoe
The Bantu Ensemble:
Abel Selaocoe, Cello and Gesang
Fred Thomas, Piano
Alan Keary, Bass
Dudu Kouaté, Percussion
Aufzeichnung vom 05.06.2026
Europäische Klassik, afrikanische Hymnen und die Lieder seiner südafrikanischen Vorfahren – die Musik des Cellisten Abel Selaocoe bewegt sich zwischen einer Vielzahl von Genres und Stilen. Dabei definiert er die Parameter seines Instruments völlig neu und verbindet das Cellospiel mit spontanen Improvisationen und Jazz-Gesang.
2022 hat Abel Selaocoe das Bantu Ensemble gegründet, um seine Vision einer universellen Musik auf der Bühne umzusetzen. Nach Stationen in der Berliner Philharmonie, dem Amsterdamer Concertgebouw und dem Wiener Konzerthaus machte das Bantu Ensemble Anfang Juni in der Londoner Wigmore Hall Station. Ein fulminanter Konzertabend zwischen Bach und Body Percussion.
21:00 Uhr Ö1 Blaue Stunde
Radiokunstfestival in und aus Glasgow
Radiophrenia 2026 – Teil 1. Ko-Produktionen mit dem schottischen Radiokunstfestival:
„Chacona“ von Elsa Justel
„(de)touch“ von Suk Jun Kim
„Spacetime Roe“ von Katalin Ladik
Eine Hommage an das jugoslawische Radio Novi Sad der ungarischen Klangpoesie-Pionierin Katalin Ladik, eine akustische Erforschung der Berührung des südkoreanischen Komponisten und Klangforschers Suk Jun Kim und eine zeitgenössische Interpretation der barocken Instrumentalform der Chaconne von der französisch-argentinischen Komponistin und Videokünstlerin Elsa Justel. Der gemeinsame Nenner dieser drei Stück ist ein schottisches Radiokunstfestival: Radiophrenia ist eine Radiostation auf Zeit – eine zweiwöchige Erkundung aktueller Trends in der Radiokunst und der Sound Art. 24 Stunden am Tag sendet Radiophrenia live aus Glasgow, mit dem Zweck die Kunstform Radio zu fördern, sowie neue, anspruchsvolle und radikale Zugänge zu Radio anzuregen.
Das erste Mal ging Radiophrenia im April 2015 auf Sendung, weitere Ausgaben folgten 2016, 2017, 2019, 2020, 2022, 2023 und 2025. 2026 findet Radiophrenia vom 7. bis 20. September statt. Live-Studio-Shows, vorproduzierte Radiokunstarbeiten und Live-on-air-Performances stehen auf dem Programm, sowie siebzehn Auftragsarbeiten, vier davon in Ko-Produktion mit Ö1 Blaue Stunde.
21:05 Uhr Deutschlandfunk Musik-Panorama
Musikfest Bremen 2026: Preisträgerkonzert
Werke von Johann Sebastian Bach, Louis Vierne, Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Liszt
Jan Liebermann, Orgel
Aufnahme vom 25.8.2026 aus der Kirche St. Antonius, Papenburg
Am Mikrofon: Simon Schomäcker
Als Erster seines Faches wurde der Organist Jan Liebermann 2025 mit dem Förderpreis Deutschlandfunk ausgezeichnet.
Jan Liebermann (*2005 in Kronach, Oberfranken) kann als echter Shootingstar am Orgelhimmel bezeichnet werden. Mit gerade einmal 20 Jahren gibt er bereits regelmäßig Konzerte in den großen Kathedralen und Konzerthäusern der Welt, während er Kirchenmusik bei Prof. Martin Sander an der Hochschule für Musik und Theater München studiert. Die Jury des Förderpreises lobte sein reifes und technisch brillantes Spiel. Davon konnte sich auch das Publikum beim Musikfest Bremen überzeugen. Mit Johann Sebastian Bach, Louis Vierne, Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Liszt zollte der junge Musiker zollte den Komponisten Tribut, die einst genauso wie er für die Orgel gebrannt haben.
21:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Einstand
Der Akkordeonist Ihor Pankiv „Ich glaube, dass Musik das Leben aller Menschen verändern kann.“ Von Elisabeth Hahn
„Man kann das Akkordeon fast als kleines Orchester in einem Instrument bezeichnen“, sagt Ihor Pankiv. Der ukrainische Akkordeonist beschäftigt sich in seiner Musik mit klassischem und zeitgenössischem Repertoire und wurde für seine hervorragenden künstlerischen Leistungen unter anderem mit einem Stipendium des ukrainischen Präsidenten geehrt. Kurz nach Ausbruch des Kriegs in der Ukraine verließ Pankiv sein Heimatland. Seine Studien setzt er in Deutschland an der Hochschule für Musik Trossingen fort.
23:03 Uhr Bayern 2, Bremen Zwei und MDR Kultur Nachtmix
„Global Pop Update“ Afro-Punk, Habibi Funk und Latin Jazz aus Ägypten, Äthiopien, Malaysia und vielen anderen Ländern. Mit Ralf Summer
Auch wenn es nicht alle Menschen und Politiker wahrhaben wollen: die Welt wird kleiner, offener und die Kulturen vermischen sich. Wir blicken in dieser Stunde über den Tellerrand nationaler Grenzen und halten die Ohren auf: für das, was uns aus aller Welt erreicht. Beginnen wir mit äthiopischem Orgel-Sound, der 40 Jahre lang auf Tapes in Addis Abeba schlummerte. Neben Ehtio-Jazz ist auch Platz für ägyptisch beeinflussten HipHop, sudanesisch eingefärbten Afro-Punk, Global Pop aus den „Melting Pop“-Cities London und New York, dazu alten Jazz aus Malaysia, für den das Berliner Habibi Funk-Label extra ein Sub-Label gegründet hat: „Audible Beauty“. Eine Stunde Nachtmix auf Bayern 2 mit „hörbarer Schönheit“ – die im Rahmen der ARD Late Nite Sounds auch in Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu empfangen ist.
23:03 Uhr ARD Radiofestival. Jazz
Songbook-Chronist – Michael Feinstein zum 70. Von Ralf Dorschel
Ralf Dorschel würdigt das Lebenswerk des Sängers, Pianisten, Historikers, Nachtclub-Betreibers und Museumsdirektors. Der sieht sich bis heute auf Mission: „Unser musikalisches Erbe droht sonst zu verschwinden“.
8.9.2026
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Musikalische Chimären“ Die virtuose Methodologie des Komponisten Ming Tsao
Von Matthias Richard Entreß
Der Amerikaner Ming Tsao betrachtet das Komponieren fast wie eine spekulative Form der Musikethnologie.
In seiner Musik vermeidet der amerikanische Komponist Ming Tsao jegliche persönliche Gestaltungsabsicht. Statt sich in seinen Werken auszusingen, verschränkt er bestehende Musik, z.B. von Bach oder Schönberg, mit bedeutsamen Texten in verschiedenen technologisch anmutenden Verfahren. Beeinflußt u.a. durch die Verfremdungstechniken bei Bertolt Brecht oder den Filmen von Daniele Huillet und Jean-Marie Straub liefert er seine Werke vorbehaltlos der Wahrnehmung seines Publikums aus.
01:05 – 05:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Jazz
Moderation: Katrin Wilke
Kürzlich verstarb mit Rubén Rada einer der populärsten Künstler der aktuellen Musikszene Uruguays: Der Singer-Songwriter, Perkussionist, Schauspieler und Fernsehmoderator – eine humorbegabte, bis zuletzt überaus vitale, kreative Figur mit internationaler Strahlkraft – zog alle nur denkbaren Register von Funk bis Rock, inklusive diverser Latin/Brasil-Einflüsse. Der Candombe war dabei stets sein Kerngeschäft, diese afrouruguayische, besonders mit dem Karneval assoziierte Tradition. Um diese starke, vielleicht stärkste Afrotradition am Río de la Plata überhaupt wird Uruguay von seinem großen Nachbarn Argentinien insgeheim beneidet. Dabei kommt das kleinste spanischsprachige Land Südamerikas in der Außenwahrnehmung musikalisch leider oft nicht aus dem Schatten Argentiniens heraus. Dass der Candombe längst in den Welten von Fusionjazz und Jazzrock angekommen ist, dafür sorgten schon ab den 1970ern Pionierbands wie Totem oder OPA. Und Rubén Rada stets mitten drin. Er bekommt einen besonderen Platz in dieser Nacht, wie auch der Vibrafonist Lucas Dorado, gebürtiger Schweizer und Halb-Argentinier mit aktuellem Wohnsitz Paris und neuem, seinem allerersten Soloalbum.
19:15 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Kill Cloud“ Von 9/11 zum Digitalen Krieg
Von Andrea Rehmsmeier Regie: Matthias Kapohl Deutschlandfunk 2026
Riesige Datenmengen und KI bestimmen längst die Kriege der Gegenwart. Whistleblower warnen: Das Internet könnte zum Instrument der Massenüberwachung und militärischen Zielfindung werden. Eine Entwicklung, die am 11. September 2001 begann.
Spätestens seit die USA und Israel am 28. Februar 2026 den Iran angriffen, ist klar: der digitale Krieg ist längst tödliche Routine. KI-gestützte Kill Chains rechnen Menschen und Infrastruktur in Sekundenschnelle zu Zielpunkten, nicht selten nutzen sie dazu auch Daten aus dem Internet. Schneller als die internationale Staatengemeinschaft reagieren kann, zertrümmern sie die regelbasierte Ordnung: humanitäres Völkerrecht, Datenschutz, Rüstungskontrolle.
Die Entwicklung kommt nicht aus dem Nichts. Whistleblower warnen die Öffentlichkeit seit langem vor dem, was in der abgeschotteten Welt von Geheimdiensten, Militär und Tech-Firmen vor sich geht: der Umbau der digitalen Netze zum Instrument der Massenüberwachung und militärischen Zielfindung. Die Geschichten, die sie erzählen, beginnen am 11. September 2001, als ein Terroranschlag die Türme des World Trade Center zum Einsturz brachte.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature
„Berufseinstieg für Ärzte“ Frustriert und ausgebrannt. Von Anja Arp
Deutschland braucht in vielen ländlichen Regionen dringend neue Ärztinnen und Ärzte. Das Problem wird sich in vielen Bereichen noch verschärfen in den nächsten Jahren, aber besonders der Berufseinstieg gestaltet sich für den Nachwuchs oft schwierig. Die Mediziner berichten über eine extreme Arbeitsdichte, gesetzliche Pausen können kaum eingehalten werden und gleichzeitig haben viele schon früh eine hohe Verantwortung bei gleichzeitiger Überforderung. Dazu kommt der ökonomische Druck in vielen Krankenhäusern und die Arbeit an der Dokumentation. Die Unzufriedenheit steht oft in großem Kontrast zu den Idealen, mit denen viele im Studium gestartet sind. Ein strukturelles Problem, was langsam erkannt wird, um den Berufseinstieg zu verbessern.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Musikfest Berlin“ Philharmonie Berlin
Alex Nante: „Ein feste Burg“, Komposition für Orchester über den Choral BWV 302 von Johann Sebastian Bach
Yvonne Loriod: „La Sainte Face“ für Sopran, zwei Ondes Martenot und Orchester (Uraufführung)
Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107 („Reformationssinfonie“)
Sarah Aristidou, Sopran
Nathalie Forget, Ondes Martenot
Imsu Choi, Ondes Martenot
WDR Sinfonieorchester Köln
Leitung: Kent Nagano
Aufzeichnung vom 05.09.2026
Als meisterhafte Pianistin für die Musik von Pierre Boulez oder ihrem Ehemann Olivier Messiaen wurde Yvonne Loriod berühmt. Dass sie auch selbst komponierte, war unbekannt. Gut 80 Jahre nach ihrer Entstehung erlebt Loriods klingende Meditation über das Grabtuch von Turin ihre späte Uraufführung.
20:03 Uhr ARD Radiofestival. Konzert
- Musikfest Bremen „Eine große Nachtmusik“
(Konzerte vom 15. August 2026 in Bremen)
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
„Gerechte Strafen“ Coming of Age einer Republik oder: Ein Märchen
Von Hofmann&Lindholm Regie: die Autorinnen
Besetzung: Kathi Bonjour
Ton: Peter Harrsch
Schnitt: Hannah Hofmann und Sven Lindholm
Dramaturgie: Barbara Gerland Deutschlandfunk 2026
Inzwischen sind sie erwachsen – und blicken zurück auf das Großwerden in einer westdeutschen Kleinstadt und die 1970er-Jahre. Sie erinnern sich an Beobachtungen und Schlussfolgerungen, die sie im Nachhinein nicht mehr ganz überzeugen.
21:05 Uhr Deutschlandfunk Jazz Live
„Sphärisch, Nordisch, Klangvoll“ Das skandinavische Quartett „Arcanum“
Trygve Seim, Saxofon
Arve Henriksen, Trompete
Anders Jormin, Kontrabass
Markku Ounaskari, Schlagzeug
Aufnahme vom 27.6.2026 bei „JazzBaltica“, Timmendorfer Strand
Am Mikrofon: Jan Tengeler
Die skandinavische „Supergroup“ führt das Beste nordeuropäischer Jazztradition in die Gegenwart.
Die Musiker kommen aus Finnland, Schweden und Norwegen – gemeinsam haben sie die große Tradition skandinavischer Folkmusik einerseits, die Freude an freischwebender Improvisation zwischen Avantgarde und traditionellem Jazz andererseits. Ein Quartett ohne Harmonieinstrument bedeutet vor allem für die Bläser, diesen Raum mit Leben zu füllen. Behutsam, lauschend, feinsinnig gehen die Musiker dabei vor, allesamt sind sie seit Jahrzehnten führende Persönlichkeiten des nordischen Jazz. Und so strahlt diese Band neben einer gewissen Zurückhaltung eine enorme Souveränität aus. Auf traumwanderlisch sichere Art spinnen sie die großen Geschichten zwischen Folk und freier Improvisation fort.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„There Will Be Blood“ Eine Menstruations-Utopie
Von Teresa Schomburg Regie: Susanne Krings
Deutschlandfunk 2022
Der Menstruationszyklus ist eine faszinierende Sache – wäre da nicht das Blut, das viele Menschen abschreckt. Menstruierende gelten als zickig, unrein oder gar furchteinflößend. Die Wenigsten akzeptieren den Zyklus als Taktgeber unseres Lebens – höchste Zeit für eine Utopie.
23:03 Uhr ARD Radiofestival. Jazz
Junger HipHop aus Bernburg mit Jazzy Q
Von Jean-Marc Heukemes
9.9.2026
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Chormusik
„Vor und nach Stimmbruch für Estland“ Der Estonian National Opera Boys‘ Choir
Von Julia Kaiser
Der Estonian National Opera Boys‘ Choir wurde 1971 als Knabenchor des Staatlichen Akademischen Männerchors gegründet. Inzwischen hat der Knabenchor vier Ausbildungsstufen. Neben dem großen Hauptensemble gibt es einen Jugendchor und zwei Kammerchöre. Besonders begabte junge Sänger haben die Möglichkeit, in Opernproduktionen mitzuwirken. Der Knabenchor der estnischen Nationaloper hat schon Erfolge in vielen europäischen Ländern gefeiert, aber auch international, von Kanada bis China und von Israel bis Australien. Seit 25 Jahren leitet Hirvo Surva das Ensemble. Der Pianist ist seit Jahren der Repetitor und „Hauskomponist“ des Knabenchors. Immer wieder schreibt er u.a. Arrangements estnischer Volkslieder für seine Sänger. Im August dieses Jahres feierte der Estonian National Opera Boys‘ Choir sein Debüt beim Festival Young Euro Classic.
14:05 Uhr Ö1 Radiosession
Kammer-Jazz zwischen Struktur und Spontaneität: Oskar Aichinger
Pianist Oskar Aichinger und sein neues Quartett im Studio 2 des Wiener RadioKulturhauses
Mit seinem neuen Quartett versammelt der Pianist und Komponist Oskar Aichinger vier eigenständige Stimmen der österreichischen Jazz- und Improvisationsszene um sich. Gemeinsam mit Lena Kuchling (Gesang), Lisa Hofmaninger (Bassklarinette und Sopransaxofon) sowie Helene Glüxam (Kontrabass) entwickelt Aichinger eine Musik, die Komposition und freie Gestaltung eng miteinander verbindet.
Im Zentrum stehen Aichingers Stücke, geprägt von melodischer Offenheit und anspruchsvoller Formensprache. Lena Kuchlings Stimme bewegt sich zwischen Textausdeutung, Lust an der Melodie und instrumentaler Abstraktion. Lisa Hofmaninger erweitert das Ensemble um die dunklen, flexiblen Klangfarben der Bassklarinette und die Beweglichkeit des Sopransaxofons, während Helene Glüxam dem Quartett mit ihrem wendigen Kontrabassspiel ein variables Fundament gibt.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Musikfest Berlin“ Kammermusiksaal, Philharmonie Berlin
Sonderkonzert
Johannes Brahms: Liebeslieder op. 52
Hans Werner Henze: Musen Siziliens
GrauSchumacher Piano Duo
RIAS Kammerchor Berlin
Junge Deutsche Philharmonie
Leitung: Gregor Meyer
Aufzeichnung vom 05.09.2026
20:03 Uhr ARD Radiofestival. Konzert
Le Concert de Paris / Vladimir Kornéev singt Édith Piaf
Le Concert de Paris
Orchestre National de France
Chœur de Radio France
Maîtrise de Radio France
Leitung: Daniel Harding
Moderation: Claudia Belemann
(Konzert vom 13. Juli 2026 auf dem Champ-de-Mars, Paris)
Vladimir Kornéev singt Édith Piaf
WDR Funkhausorchester
Vladimir Kornéev (Gesang, Klavier und Moderation)
Markus Syperek (Klavier)
Leitung: Enrico Delamboye
(Konzert vom 19. September 2025 im WDR-Funkhaus Wallrafplatz, Köln)
22:05 Uhr Deutschlandfunk Spielweisen
Wortspiel – Das Musik-Gespräch
Lilit Grigoryan mit armenischer Klaviermusik des 20. Jahrhunderts
Kein Strom, keine Heizung, die Klaviere kaputt: Lilit Grigoryan erinnert sich gut an Armenien in den ersten Jahren nach 1990.
Es mag überraschen, wenn die Pianistin Lilit Grigoryan sagt, Wasser sei ihr Element. Denn die 1985 Geborene stammt aus Jerewan, der armenischen Metropole im Hochland des Kleinen Kaukasus. Doch ihre zweite Heimat fand sie an der Ostsee. 2004 kam sie zum Studium an die Rostocker Musikhochschule. Heute unterrichtet sie dort als Professorin für Klavier. Dazwischen lagen Stationen in Berlin, Brüssel und Lissabon. Mit dem Programm ihres neuen Albums kehrt sie nach Armenien zurück. Es ist eine Wiederbegegnung mit anspruchsvollen Werken großer Pianisten und Komponisten, die sie teils persönlich kannte. Im Gespräch erinnert sie sich an frühe Auftritte und schwierige Jahre nach dem Ende der Sowjetzeit in ihrem Heimatland. Im Mittelpunkt steht ein Werk von Arno Babajanyan, der Zwölftonmusik und folkloristische Elemente so verband, dass es sogar den Zensoren gefiel.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
Gerechte Strafen Coming of Age einer Republik oder: Ein Märchen
Von Hofmann&Lindholm
Regie: die Autorinnen Besetzung: Kathi Bonjour
Ton: Peter Harrsch Schnitt: Hannah Hofmann und Sven Lindholm
Dramaturgie: Barbara Gerland
Deutschlandfunk 2026
Inzwischen sind sie erwachsen – und blicken zurück auf das Großwerden in einer westdeutschen Kleinstadt und die 1970er-Jahre. Sie erinnern sich an Beobachtungen und Schlussfolgerungen, die sie im Nachhinein nicht mehr ganz überzeugen.
23:03 Uhr ARD Radiofestival. Jazz – Das Magazin
Von Ralf Dombrowski
10.9.2026
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
Kompositionen von Nicolaus A. Huber
„Gespenster“ (1976) für großes Orchester, Sänger/Sprecher und Tonband
Reinhold Ohngemach (Sprecher/Singstimme)
SWF-Sinfonieorchester Baden-Baden
Leitung: Ernest Bour
„Der Ausrufer steigt ins Innere“ (1984) für Violoncello
Solist: Michael Bach
„Werden Fische je das Wasser leid?“ (2003) für Sopran, Cembalo, Akkordeon, Klavier, zwei Schlagzeuger, zwei Violoncelli, Kontrabass und CD-Zuspielung
Ensemble Reflexion K
Leitung: Gerald Eckert
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature
„Breathwork in der Forschung“ Was Atmen bewirken kann. Von Katja Bigalke
Der Boom von Breathwork hat längst die Forschung erreicht: Neurowissenschaftler messen, was dabei im Gehirn und Nervensystem geschieht.
Mit jedem Atemzug versorgen wir unseren Körper mit Sauerstoff. Doch immer mehr Menschen nutzen ihren Atem bewusst, um Ängste zu überwinden, Traumata zu verarbeiten oder außergewöhnliche Bewusstseinszustände zu erleben. Der Boom von Breathwork hat längst die Forschung erreicht: Neurowissenschaftler messen, was dabei im Gehirn und Nervensystem geschieht, Psychologen untersuchen mögliche therapeutische Effekte. Zwischen vielversprechenden Befunden, offenen Fragen und großen Erwartungen zeichnet sich ein Forschungsfeld ab, das gerade erst beginnt.
20:03 Uhr ARD Radiofestival. Konzert
Fill in – International Jazz Festival Saar / Kammermusiktage Mettlach 2026
Fill in – International Jazz Festival Saar
Rebekka Bakken (Gesang und Klavier)
(Konzert vom 27. Juni 2026 im E-Werk, Saarbrücken)
Kammermusiktage Mettlach 2026
Omar Massa (Bandoneon)
(Konzert vom 6. Juni 2026 im Schloss Ziegelberg, Mettlach)
20:30 Uhr Deutschlandfunk Mikrokosmos
Rechtsextreme vor Gericht Staffel 2: Der Reichsbürger-Prozess
Im Innern des Systems (3/6)
Von Marie Schwesinger Regie: Eva Solloch
Deutschlandfunk 2026
Unter den Hauptangeklagten ist auch eine ehemalige Richterin und AfD-Bundestagsabgeordnete, die die Ex-Soldaten durch den Bundestag geführt hat. Was wollten sie da?
21:05 Uhr Deutschlandfunk JazzFacts
„Renaissancemensch des Jazz“ Der Komponist und Schlagzeuger John Hollenbeck
Von Niklas Wandt
Hollenbeck ist eine der eigenwilligsten und zugleich angesehensten Gestalten der zeitgenössischen Jazzszene.
Ob Werke für kleine Jazzcombos, Big Band, Kammerensembles oder Chöre – durch John Hollenbecks vielfältige Projekte zieht sich eine unverwechselbare Handschrift, geschult an Pop, Modern Jazz und zeitgenössischer Klassik, vor allem der Minimal Music. In vielen dieser Projekte, etwa dem Claudia Quintet, seinem Large Ensemble und zahlreichen Bands mit dem Sänger Theo Bleckmann, spielt Hollenbeck eigenwillig Schlagzeug, mit vielen Präparationen und ungewöhnlichen Techniken. So wie er selbst von seinen Mentoren, dem Jazzposaunisten Bob Brookmeyer und der Komponistin und Sängerin Meredith Monk, gelernt hat, so gibt Hollenbeck seit vielen Jahren sein Wissen als Hochschullehrer an jüngere Musiker weiter.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Historische Aufnahmen
„Pomp and Circumstance“ Die Londoner „Proms“ seit 1895
Am Mikrofon: Herbert Haffner
Ein Blick auf Highlights aus der reichen Aufnahmegeschichte der Proms.
Es ist das größte Klassik-Festival der Welt und findet in den Sommermonaten zwischen Juli und September in London statt, die „promenade series“, die man kurz „Proms“ nennt. Gegründet wurden sie 1893 von Robert Newman, dem Direktor der Queen’s Hall, einem reichen Mäzen sowie dem 26-jährigen Dirigenten Henry Wood. Sie wollten die beschäftigungslose Zeit der Musiker überbrücken und gleichzeitig jedermann mit erschwinglichen und weniger formellen Aufführungen für Klassik interessieren. Entgegen manchen Annahmen geht es bei den, lange von der BBC getragenen Veranstaltungen nicht um bloß leichte, populäre Programme. Hier wurden ebenso Bruckner, Schönberg, Schostakowitsch und Strawinsky durchaus mit solistischen Weltstars aufgeführt. Am zweiten Samstag im September findet das Abschlusskonzert, die „Last Night“, in der von rund 6000 Menschen besetzten Royal Albert Hall, statt, mit der ungewöhnlichen Mischung aus karnevalistischer Fröhlichkeit und Patriotismus.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Freispiel
„Apparat Herz“ Sondersendung zu Passagierscheinfragen
Von Helgard Haug und Daniel Wetzel
Regie: die Autor*innen Ton: Martin Eichberg
DeutschlandRadio Berlin 2001
Winter 1963-1964. Für Berlin wird versuchsweise eine Einigung erzielt: Bewohner aus dem Westen der geteilten Stadt dürfen für wenige Tage in den Osten. Die Grenzgänger stellen im Liveradio Passierscheinfragen aller Art.
23:03 Uhr ARD Radiofestival. Jazz
Velvet Revolution feat. Jelena Kuljić in concert. Von Beate Sampson
2015 gründete der Saxophonist Daniel Erdmann mit dem französischen Geiger Théo Ceccaldi und dem englischen Vibraphonisten Jim Hart das Trio Velvet Revolution.
11.9.2026
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst
„Kurzstrecke 170“ Feature, Hörspiel, Klangkunst – Die Sendung für Hörstücke aus der freien Szene
Moderation: Ingrid Wenzel und Johann Mittmann
Autor*innen / Deutschlandfunk Kultur 2026
Neue Hörkunst aus der freien Szene. Heute mit einem Hörstück über eine Nähwerkstatt und ein Töpferatelier in Hangzhou in China.
14:05 Uhr Ö1 In Concert
Zum 85. Geburtstag von Norma Winstone
Die britische Ausnahmevokalistin Norma Winstone und ihr Trio 2009 beim Salzburger Jazzherbst
Norma Winstone ist eine Ikone: Ihre stimmliche Vielseitigkeit und stille Kraft, ihre harmonische Raffinesse und Sensibilität sowohl für Liedtexte als auch für wortlose Erzählungen zeugen davon. Bis heute setzt sie Maßstäbe mit ihrer lyrischen Gesangskunst.
Die am 23. September 1941 in London geborene Jazzsängerin, Texterin und Member of the British Empire (MBE) entwickelte bereits in den späten 1960er Jahren eine eigenständige Methode der Vokalimprovisation („wordless vocals“), die ihre Stimme zum gleichberechtigten Instrument macht. 1977 gründete Norma Winstone mit Pianist John Taylor und Trompeter Kenny Wheeler das legendäre Avantgarde-Jazz-Trio Azimuth und erlangte mit den beim Münchner Label ECM Records vorgelegten Alben internationalen Ruhm. Azimuth gilt als Inbegriff des „europäischen Kammerjazz“, und Winstones Stimme fungiert als gleichberechtigte Farbe im Ensembleklang.
Norma Winstone schrieb weiters Texte zu Kompositionen von Ralph Towner, Egberto Gismonti, Steve Swallow und Jimmy Rowles und veröffentlichte mehrere Solo-Alben, u. a. das als Klassiker geltende „Somewhere Called Home“ (1987) und das in der Kategorie „Best Jazz Vocal Album“ für einen Grammy nominierte und von der Académie du Jazz in Paris ausgezeichnete Album „Distances“ (2008), aufgenommen im Trio mit dem italienischen Pianisten Glauco Venier und dem deutschen Sopransaxofonisten und Bassklarinettisten Klaus Gesing.
Am 31. Oktober 2009 begeisterte das Norma Winstone Trio mit dem Programm von „Distances“ das Publikum im Rahmen des 14. Salzburger Jazzherbsts in der Stiegl-Brauwelt. Winstones Texte zu Eigenkompositionen – auch von Venier und Gesing – sowie verführerische Versionen von Cole-Porter- und Harry-Nilsson-Songs zeugen von großer poetischer Feinfühligkeit. Das Ergebnis ist ein einzigartiger und unverwechselbarer Trio-Klang.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
„Ich schreibe keine richtigen Romane“
Geschichte und Persönliches bei Barbara Honigmann
Barbara Honigmann, geboren 1949 in Ostberlin als Tochter jüdischer Remigranten, wuchs in der DDR auf, bevor sie 1984 nach Frankreich zog. Sie arbeitete am Theater, malte, schrieb und verkehrte in Kreisen alter Kommunisten, die nicht nur für die Verbesserung der Welt gekämpft, sondern auch in sowjetischen Gefängnissen und Arbeitslagern gesessen hatten. Eine von ihnen, Mischka, porträtiert sie in ihrem gleichlautenden Erzählband. Persönliche Geschichte und Zeitgeschichte sind in Barbara Honigmanns Büchern immer miteinander verwoben. Und immer wieder umkreist sie die Fragen: Wie kann man als Jude und Mensch nach Exil, Shoah und Gulag weiterleben?
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Musikfest Berlin“ Live aus der Philharmonie Berlin
Brett Dean: Conversations with Schumann
Brett Dean: And once I played Ophelia
Claude Debussy: La Cathédrale engloutie (Orchestrierung Colin Matthews)
Brett Dean: Beggars and Angels
Berliner Philharmoniker; Jennifer France, Sopran
Leitung: Brett Dean
20:03 Uhr ARD Radiofestival. Konzert
Beethovenfest Bonn / Klavier-Festival Ruhr
Beethovenfest Bonn
Stefan Behrisch: „a call to the heavens“ für 14 Trompeten und Orgel (Uraufführung)
Leitung der Uraufführung: Stefan Behrisch
Leitung: Sir Antonio Pappano
(Konzert vom 4. September 2026 in der Beethovenhalle, Bonn)
Klavier-Festival Ruhr
Johann Sebastian Bach:
Goldberg-Variationen BWV 988, bearbeitet von Josef Gabriel Rheinberger und Max Reger für 2 Klaviere
Igor Levit, Markus Becker (Klavier)
(Konzert vom 10. Juni 2026 in der Tonhalle, Düsseldorf)
20:03 Uhr Bayern 2 Salon Hörspiel & Podcast
Seelenfänger S7 Folge 4 – Holy Hell: Im Tal der tausend Hügel (4/6)
Von Dennis Müller, Emeli Glaser, BR 2026
Undercover in der Kwasizabantu-Mission in Südafrika: Emeli lässt sich durch Fabriken, Felder und Gebetshalle führen. Während Kwasizabantu Emeli die heile Welt zeigt, erzählen Celimpilo und Erika, wie Kinder dort geprügelt und kontrolliert wurden.
Final Girls oder Wenn das Schweigen was zu sagen hätte, würd’ mich interessieren, was es mir zu sagen hätte. Von Gerhild Steinbuch
Komposition: Toju Kae Regie: Henri Hüster BR 2017
Als „final girl“ wird im Slasher-Film jene Frau bezeichnet, die dem Täter immer wieder entkommt – um ihn dann schließlich zur Strecke zu bringen. Was sie allerdings definiert, ist weniger ihre Stärke als ihr Nicht-Frau-Sein: Das final girl ist jungfräulich, unschuldig, unberührt oder zumindest asexuell; es wirkt androgyn und trägt Namen, die auch gut als Männernamen durchgehen könnten. Das final girl ist also weniger als emanzipierte Frauenfigur konzipiert, sondern als Projektionsfläche für den „male gaze“, den konservativ- männlichen Zuschauer, der sich daran ausleben bzw. darin einleben darf, denn die Möglichkeit der Identifikation mit dem final girl ermöglicht ihm das Hineinversetzen in Opfer und männlichen Täter gleichermaßen. Er kann also als Täter Opfer sein, ohne sich schuldig zu fühlen.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Life in plastic, it’s fantastic“ Wie Barbie Glück und Grauen in die Welt bringt
Von Markus Metz und Georg Seeßlen
Regie: Matthias Kapohl Deutschlandfunk 2024
Barbie schlägt sie alle. Zumindest an den Kinokassen. Greta Gerwigs Film, in dem die Plastik-Puppe mit ihrem Freund Ken ihre pinke Traumwelt verlässt, war der Blockbuster des Jahres 2023. Und der Höhepunkt einer langen, nicht nur umjubelten Karriere.
21:05 Uhr Deutschlandfunk On Stage
Retrosounds mit Kitty, Daisy & Lewis (GB)
Aufnahme vom 3.7.2026beim Rudolstadt Festival
Am Mikrofon: Babette Michel
Britische Geschwisterband zwischen Rockabilly, Swing und Country.
Mit ihrer temporeichen Mischung aus Rhythm & Blues, Rock ’n’ Roll, Swing und Country haben sich Kitty, Daisy & Lewis zu einer außergewöhnlichen Liveband entwickelt. Das Geschwistertrio aus Großbritannien beeindruckt mit authentischem Vintagesound, handwerklicher Virtuosität und spürbarer Leidenschaft für Musik der 1940er- bis 1960er-Jahre. Dabei beschränken sich die drei nicht auf Nostalgie, sondern präsentieren auch eigene Songs. Bekannt dafür, nahezu alle Instrumente (u.a. Gitarren, Mundharmonika, Ukulele, Schlagzeug, Piano) selbst zu spielen und ihre Aufnahmen weitgehend analog zu produzieren, schaffen Kitty, Daisy & Lewis einen unverwechselbaren Klang und reisen so mit großer Spielfreude durch die Geschichte der Popmusik. Eine Reise, die sie als Teenager in der Familienband im Jahr 2000 begonnen haben.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Spielraum
Unter dem Radar – Neue Bands, neue Sounds
Am Mikrofon: Tim Baumann
22:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Musikfeuilleton
„Wenn Worte nicht reichen“ Musiktherapie, ihre Geschichte und aktuellen Tendenzen
Von Leonie Reineke
Dass Musik trösten kann, weiß jeder. Dass Musik aber auch professionell und systematisch zum (Zurück-)Erlangen des Wohlbefindens eingesetzt werden kann, ist nicht jedem bekannt. Die heutige Musiktherapie hat ihre Ursprünge in Heilungsritualen von vor über 4.000 Jahren. Und bis 1550 gehörte Musik zum Fächerkanon eines Medizinstudiums. Inzwischen ist Musiktherapie eine anerkannte praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin, die ganz unterschiedliche Methoden umfasst: sowohl das aktive Musikmachen und den Instrumentenbau als auch das Musikhören in Kombination mit gesprächstherapeutischen Ansätzen, allein oder in der Gruppe. Und gerade in der aktuellen Krisenzeit, da therapeutische Angebote so gefragt sind wie selten zuvor, kann die ästhetische Erfahrung als Therapiemaßnahme helfen – vor allem in jenen Bereichen, in denen Sprache an ihre Grenzen stößt.
23:00 Uhr ARD Radiofestival Jazz
„40 Jahre Loft in Köln“ Das schlagende Herz der Kölner Jazzszene
Seit 1986 ist das Loft in Köln eine einzigartige Spielstätte für Jazz und improvisierte Musik. Odilo Clausnitzer blickt zurück.