„Nobody´s Perfect“ Eine Lange Nacht über Billy Wilder
Er war Reporter und Drehbuchautor in Berlin und wurde einer der bedeutendsten Autorenfilmer von Hollywood mit seinen wunderbaren Komödien und auch mit Filmen über die dunkle Seite der menschlichen Seele. Doch der Kern seines Werkes bleibt ein Rätsel. ‚Nobody´s Perfect‘ steht auf seinem Grabstein.
Von Josef Schnelle
Es ist der ebenso einfache wie geniale letzte Satz von ‚Manche mögen´s heiß‘ und er bringt Leben und Werk von Billy Wilder auf den Punkt. Doch woher stammte der ganz spezielle Billy-Wilder-Touch, die besondere Menschennähe seiner Filme, die soviel Vergnügen machen? Die spannendsten Filme mag Alfred Hitchcock gedreht haben. Die Intelligentesten Jean-Luc Godard. Doch der oberste Rang dessen, der die Menschen zutiefst verstanden hat, gebührt allein Billy Wilder. Niemals sagt einer etwas gerade heraus. Die Menschen gehen stets Umwege. Die Wahrheit steckt immer im Detail. Die Zensoren in Hollywood pflegten zu sagen: „Wir wissen, was er meint, aber wir können ihm nicht nachweisen, dass er es sagt.“ Das Publikum dankte ihm seine elegante Aufrichtigkeit und sein Bestreben, stets zu Unterhalten, mit großem Erfolg. Auch heute noch gelten seine drei Gebote für den Filmregisseur: Du sollst nicht langweilen. Du sollst nicht langweilen. Du sollst nicht langweilen. Mit Tondokumenten, Gesprächen und bisher unbekanntem Material geht diese ‚Lange Nacht‘ dem Besonderen am Werk und an der Persönlichkeit des Mannes nach, der in seinem Büro auf eine Holztafel schaute, auf die Saul Steinberg für ihn gekritzelt hatte: „Wie hätte Lubitsch das gemacht?“
(http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/LN-Billy-Wilder.mp3)
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Produktion dieser Langen Nacht:
Autor: Josef Schnelle, Regie: Rita Hoehne, Sprecher: Josef Tratnik, Tilmar Kühn, Till Hagen; Redaktion: Dr. Monika Künzel, Web- und Webvideoproduktion: Jörg Stroisch
© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 4.8.2018