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Aus dem WDR Folk-Archiv: „Raíces und Spaccanapoli“

Volksmusik aus Kastilien, sephardische Romanzen und Cantigas spielt die Gruppe Raíces („Wurzeln“), von der wir ein Konzert aus dem Jahr 1987 hören. Die jungen Neapolitaner von Spaccanapoli setzten sich beim WDR-Weltmusikfestival 2001 in umweltpolitischen und sozialkritischen Texten mit ihrer Heimatstadt auseinander.

Mit Eva Marxen

In unseren Fundstücken aus dem Folk-Archiv stellen wir weitere spanische und italienische Liedermacher und Sängerinnen vor, die traditionelle Musikkulturen pflegten oder modernisierten.

Im Jahr 1492 wurden die spanischen Juden, die Sephardim, aus Spanien vertrieben. Ihrer Musikkultur geht die Gruppe Raíces nach und spielt Stücke von sephardischen Gemeinden aus Spanien, Marokko oder Griechenland und Romanzen, deren Ursprünge sich irgendwo im Mittelalter verlieren.

Spaccanapoli spielen Lieder über die rituelle Beschwörung der verlorenen Seelen Campaniens. Die modernen Texte zur traditionellen Musik behandeln Themen wie den Tod von Fabrikarbeitern oder die hohe Arbeitslosigkeit. Die Musiker der Gruppe betrachten sich als Erben der Arbeitertradition ihrer Stadt Neapel.

Die toskanische Sängerin und Sammlerin traditioneller Musik Dodi Moscati spielt mit ihrer Band italienische Kinderlieder. Und die mallorquinische Sängerin Maria del Mar Bonet beschäftigt sich musikalisch mit Frauenschicksalen.


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© WDR 3, Jazz & World, 24.10.2018

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