„Richard Bona Group“ Konzertmitschnitt vom 25. August 2018, Innenhof des Landgerichts, Bremen
Sein Werdegang kommt einer Bilderbuch-Karriere nahe. Geboren wurde Richard Bona in einem Ort in Zentral-Kamerun. Als Sproß einer hochmusikalischen Familie – der Großvater war ein angesehener Griot, ein Berufsmusiker mit sehr traditionellem Hintergrund – lernte er verschiedene Instrumente.
Schließlich entschied er sich für den E-Bass. Sein großes Vorbild: der US-amerikanische Jazzrock-Meister Jaco Pastorius. Der Weg zum Profimusiker führte den jungen Mann, der sich schon in Kamerun als Jazzmann versucht hatte, via Deutschland nach Frankreich. Seine Lehrjahre absolvierte er in Bands von Afrobeat- und Jazz-Größen in Paris. Seit Mitte der neunziger Jahre lebt Richard Bona in den USA. Nach Engagements in den Kreisen um New Yorker Jazzrock-Cracks wie Mike Stern nahm er mit Anfang 30 sein erstes eigenes Album auf.
Zusammenarbeit mit Musiker-Legenden
In dieser Zeit übernahm er zudem die Rolle des musikalischen Leiters der Begleitformation von Harry Belafonte. Kurz darauf wurde Bona Mitglied der Pat Metheny Group. Auf den eigenen Alben der folgenden Jahre offenbarte er eine enorme stilistische Bandbreite. Die schöpft auch aus seinen Fähigkeiten als Sänger und Songwriter. Selbst mit Soul-Star John Legend hat Richard Bona zusammengearbeitet. Die jüngste Produktion „Heritage“ dokumentiert ein Projekt mit kubanischen Musikern. In Bremen präsentierte der vielseitig talentierte Bandleader ein frisch formiertes, international besetztes Quintett, das neben Stücken aus verschiedenen Phasen von Bonas Karriere und einer Verbeugung vor seinem Idol Jaco Pastorius auch einige launige Vokal-Improvisationen einschloss.
© Bremen 2, Sounds in Concert, 27.10.2018