Musiktipps

„A l’Arme“-Festival für ungestüme Musik „Laut ist gut, lauter noch besser!“

Von Thomas Mauch. Statt Schönklang gibt es fiese Störgeräusche zum Verzücken der Noise-Aficionados. Die haben glückliche Momente beim „A l’Arme!“-Festival in Berlin.

Dieser Lärm immer, es nervt. Da hupt wieder einer, weil es nicht nach seinem Willen vorangeht. Hupt noch einmal, dringlich. Über die Straße hinweg grölen die Leute, ein Lastwagen donnert vorbei, langsam schiebt sich eine Sirene ins Bild, so laut, lauter, ohrenbetäubend, dass man gleich woanders sein möchte.

In Bhutan zum Beispiel, wo es doch stiller und geruhsamer zugeht, wenn man diesem Film glauben darf, „Was will der Lama mit dem Gewehr?“, der gerade in den Kinos zu sehen ist. Da gibt es schon auch Konflikte. Aber halt nicht so schrill.

Andererseits: Laute Musik ist gut. Noch besser ist sie lauter. Einfache Rechnung: Mit dem Hochdrehen des Lautstärkereglers gewinnt die Musik an Intensität. Leise ist indifferent, das Laute zieht einen in den Bann. Das weiß natürlich auch Keiji Haino, der japanische Gitarrenberserker, der so einen Lärm machen kann wie den, als sich einst im Märchen Rumpelstilzchen zerrissen hat vor Wut.



© TAZ, Kultur, Musik, 9.4.2024

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