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„An der Grenze des Fruchtlandes“ Pierre Boulez und Paul Klee

Von Richard Schroetter. Pierre Boulez zählt zu den prominentesten Vertretern der Nachkriegsavantgarde. Im März feiert die Musikwelt seinen 100. Geburtstag. Richard Schroetter hat Pierre Boulez im Jahr 2010 getroffen und mit ihm über die Analogien in der Poetik des Bildnerischen und Kompositorischen gesprochen.

Es war sein kontrollierter, elaborierter Stil, der Pierre Boulez in die vorderste Reihe der Avantgarde und später an die musikalische Spitze der französischen Kulturnation geführt hat. Doch Boulez zeigte sich auch offen für die Produktionen seiner Zeitgenossen.

Er setzte sich mit der Literatur der Moderne auseinander und wollte als Komponist von ihr lernen. Einige seiner wichtigsten Werke sind Auseinandersetzungen mit der Dichtung der Avantgarde. Auch die Bildende Kunst spielte für ihn eine große Rolle.

Rhythmische Flächen

Schon lange war Boulez mit dem zeichnerischen Werk Paul Klees eng verbunden. Seine Bilder hatte Boulez zum ersten Mal im Sommer 1947 in einer Ausstellung in Südfrankreich gesehen.

In der filigranen Bildsprache entdeckte er vieles, was seiner eigenen Kunstauffassung grundsätzlich entsprach: über das Verhältnis von musikalischem Vorder- und Hintergrund, über die Beziehung von Linie zu Raum und die Rhythmisierung von Fläche.

Monument an der Grenze des Fruchtlandes

Bereits Mitte der Fünfziger Jahre begann Boulez mit der Veröffentlichung einer Reihe von Texten über Paul Klee. Sie wurden dreißig Jahre später in Buchform zusammengefasst neu herausgegeben.

Titelgeber war das Klee-Bild „Monument an der Grenze des Fruchtlandes“ von 1929, eine farbige Studie in der für Klee typischen Mischtechnik, in der Hintergrund und Vordergrund, wie die Rückseite eines Teppichs, strukturell eine Einheit ergeben – ein Bild, das Klee nach seiner Ägyptenreise malte. Diese Arbeit spielt eine zentrale Rolle in Boulez‘ Kleeschriften.

© Deutschlandfunk Kultur, Neue Musik, 25.2.2025

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