„Atlantische Diaspora“ Negro Leo auf dem Jazzfest Berlin 2021

Brasilianische Künstler kommen zum diesjährigen Jazzfest in Berlin. Zu ihnen gehört Negro Leo. Porträt eines umtriebigen Künstlers. Von Ole Schulz.

Sich dem Werk des Künstlers Negro Leo anzunähern ist keine leichte Angelegenheit. Freunde von ihm nennen das kreative Schaffen des Brasilianers ein „Minenfeld“ an Andeutungen, denen schwer zu folgen ist. Andere beschreiben den Sänger, Komponisten und Musiker als „Brunnen der Weisheit“. Eines ist klar: Negro Leo steht vielleicht wie kein Zweiter für den kaum verortbaren Sound des zeitgenössischen Undergrounds von São Paulo, dem bei dem am Donnerstag (4.11.) beginnenden Jazzfest (neben den Szenen Johannesburgs und Kairos) ein Schwerpunkt gewidmet ist.



Es sind experimentelle Klänge, die über das klassische Liedformat hinausgehen, Künstler:innen, die sich dem freien Spiel hingeben. Kein Wunder also, dass Negro Leo Charlie Parkers Livealbum „Bird is Free“ als prägendes Werk nennt. Die wichtigsten Einflüsse der Musik São Paulos, so schreiben die Jazzfest-Kurator:innen Manoela Wright und Juliano Gentile, kämen „aus dem Ausland oder aus anderen Teilen des Landes, im Gegensatz zu Städten wie Rio de Janeiro, Salvador oder Recife, wo es eine starke lokale Tradition gibt“.



Negro Leos Videoperformance ist neben Konzerten vom ICP Orchestra, Code Girl und The Killing Popes zum Auftakt des Jazzfest Berlin am 4. 11., ab 18 Uhr im Silent Green zu sehen. Weitere Konzerte von Künst­le­r:in­nen aus São Paulo am selben Ort: am 5. 11. (São Paulo Underground/Video, ab 17 Uhr), 6. 11. (Quartabê/Video und Mariá Portugal/Live, ab 19.30 Uhr) und 7. 11. (Metá Metá/Video, ab 18 Uhr)


© TAZ, Kultur, 2.11.2021

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