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Auch die Ohren haben ihr Museum – Geräuscharchive

Die Einwählgeräusche eines 56k-Modems sind genauso Geschichte, wie die Laute des 2007 ausgestorbenen chinesischen Flussdelphins. Die Geräuschkulisse der Welt ist im steten Wandel. Mit technischen, medialen, sozialen und ökologischen Entwicklungen entstehen neue Klänge, während andere verschwinden. Mit Friedemann Dupelius.

Einige davon werden womöglich nie wieder zu hören sein, viele aber finden mittlerweile den Weg in Geräuscharchive, die von geschichtsbewussten Wissenschaftlern oder ambitionierten Hobby-Klangsammlern betrieben werden. 2018 öffnete die BBC ihr 16.000 Klänge umfassendes Geräuscharchiv. Andere Online-Archive stehen offen, selbst aufgenommene Klänge dort zu deponieren und zu teilen. Viele Musiker und Komponisten betreiben ihr ganz privates Klangarchiv, aus dem sie Material für ihre Stücke schöpfen. Was bedeutet es, mit archiviertem Klangmaterial zu arbeiten? Locken auratische Versprechen? Verändert sich Musik durch Patina? Kann man gegen das Vergessen komponieren? Lässt sich Vergangenheit neu hören?



© WDR 3, Diskurs, 25.11.2022

* Aleksander Kolkowski & Rie Nakajima – Cylinder Copy

* Aleksander Kolkowski – Auditory Palimpsest No 2

* Neo Hülcker – On Off Hasselblad und Hirschruf

* Kajsa Lindgren – Echoes of Something Else

* Manuel Sékou – Stoßlüften

* Jakob Lorenz – Hello

* Kirsten Reese – Creatures

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