Aus Solidarität mit den Bäumen: „Wenn der Wald ruft, antwortet Musik“
Ein „Musiktipp“ von Sylvia Prahl (TAZ). Einem Wäldchen in Berlin-Neukölln droht die Abholzung. Martin Hossbach hat zur Gegenwehr „Emmi Aid“ initiiert, ein Album mit 57 Songs für den Wald.
Wie es riecht! Feuchtes Totholz, Blätter, Moos, Pilze, gesunder Moder. Dazu die Stille. Also, relative Stille. Denn die Vögel zwitschern hier ganz schön laut. Und das Rascheln des Herbstlaubs, das die Schritte abfedert, ist auch nicht zu überhören.
Beim Betreten des Emmauswäldchens in Berlin-Neukölln taucht man ein in eine abgeschlossene, Geborgenheit verströmende Natur. Von den baumwipfelüberdachten Wegen des seit den 1980er Jahren nicht mehr als Friedhof genutzten Emmauskirchhofs – in Rufweite der Hermannstraße gelegen – kommt man schnell ab, wandelt auf efeuberankten Trampelpfaden und erwartet, hinter der nächsten Ecke ein Dornröschenschloss zu entdecken. Und das in einem gerade vier Hektar großen Wald – allerdings: dem größten Neuköllns.
© TAZ, Kultur, Musik, 13.11.2025