„Avishai Cohen Quarett“ Live bei Ausgburger Jazzsommer 2016
Ein wunderbares Konzert !
Avishai Cohen, in Tel Aviv geboren und momentan in New York lebend, gehört zu den jungen aufstrebenen Musikern die immer mehr die Konzertbühnen Europas erobern. Glücklicherweise war der Flieger noch rechtzeitig in München und so konnte das Konzert noch pünktlich stattfinden. Allerdings nicht im Pavillion, sondern im Glashaus. Was auch angesichts der unsicheren Wetterlage und Abendkühle, die richtige Entscheidung war.

Obwohl sein Quartet große Teile seiner letzten CD „Into The Silence“ spielte, ist es nicht die selbe Besetzung. Original sind nur Nasheet Waits am Schlagzeug und Yonathan Avishai am Klavier. Neu dazu kommt Barak Mori am Bass. Bill McHenry am Tenor Saxophon ist dagegen nicht dabei.
Dieses Konzert wurde ein überzeugendes Statement von Avishai Cohen’s Musik ! Der oft minutenlang zuhörend abseits stand, oder auf der Bühne mit der Trompete unter dem Arm. Auch der Pianist Yonathan Avishai spielte oft gar nicht. Er beschränkte sich nur auf kurze Einwürfe, Farbtupfer. Alles sehr unkonventionell. Es wurde nur das gespielt was wichtig war, alles überflüssige wurde weggelassen. Yonathan Avishai war für mich die eigentliche Überraschung, der mich in seiner Spielweise an Mal Waldron erinnert hat. Nasheed Waits am Schlagzeug war mehr als ein zuverlässiges Rückrat. Nur mit den Becken begleitend, dann wieder kraftvoll. Alles sehr sensibel einsetzend, immer auf die Spannung achtend. Wunderbar !

Überhaupt finde ich Ihre Aufassung von Jazz sehr erfrischend. Kein Powerplay, sondern ein differenziertes Miteinander, sensibel die Spannung und Stimmung haltend. Alles sehr durchlässig, luftig mit einem guten Groove, im positivesten Sinne.
Mit Stücken von Monk, Frank Foster und dem Standart „April in Paris“ wurde das Programm mehr als aufgewertet. Dem enthusiastischen Publikum waren 2 Zugaben fast zu wenig. Eine beeindruckende Vorstellung die Avishai Cohen mit seinem Quartett da ablieferte.
