Bernd Gürtler’s Musiktipp: Josephine Foster – Godmother / Fire Records
Höchstens noch angedeutet im Eröffnungssong „Hum Menina“ die schräge Sangesweise, die immerzu haarscharf an den Harmonien vorbeischrammt und augenblicklich ihre Fastnamensvetterin, die New Yorker Operndiva Florence Foster Jenkins ins Bewusstsein ruft.
Stattdessen überrascht die Nina Hagen des amerikanischen Folksongs durch andere Extravaganzen. Unter anderem kombiniert sie akustische Folkgitarren mit Synthesizersounds. Das gab es zwar schon, geriet leider aber in Vergessenheit. Schade natürlich, weil damals wie heute eine sensationelle Instrumentenkonstellation.
Bei Josephine Foster war die Hinwendung zum Synthesizer weniger von dramaturgischen als vielmehr pragmatischen Erwägungen geleitet. Coronabedingt konnten keine Konzertauftritte stattfinden, Direktbegegnungen mit anderen Musikern gestalteten sich schwierig. Also zog sich die Künstlerin in ihr derzeitiges Wohndomizil in den Bergen von Colorado zurück und machte es sich mit einem digitalen Billigsynthesizer aus dem Second-Hand-Shop gemütlich, der auf lateinamerikanische Rhythmen programmiert war.
mich hat sie mit der 2019er ‚All The Leaves Are Gone‘ gekriegt, der gitarrist ist einfach der hammer.
Dann muss ich wohl mal reinhören …