Musiktipps

Beth Gibbons: Die britische Kassandra singt wieder.

Von Ueli Bernays. Ihre Botschaften sind traurig. Ihr Auftritt aber begeistert. In den neunziger Jahren wurde sie als Sängerin von Portishead zur Kultfigur des Trip-Hop. Seither lässt sich Beth Gibbons nur noch selten vernehmen. Umso gespannter war man am Dienstag auf ihr Konzert in Zürich.

Die Dunkelheit hat die Bühne verschluckt, die Musik wogt in schäumenden Klängen. Dann plötzlich ein ängstliches Wispern aus der Umnachtung, ein verwehtes Seufzen – bloss gehaucht, doch stark im Effekt. Wer diese Stimme vernimmt, fühlt sich wie aus selbstgerechtem Schlaf gerissen. Mit ihren Klagen macht einen Beth Gibbons sofort hellhörig für die Schreckensvisionen, die sie umtreiben.




© NZZ, Feuilleton, 30.5.2024

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