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„Blablabla“ Macht und Ohnmacht der Sprache in Zeiten diskursiver Turbulenzen Von Thomas Kernert

Über die Macht der Sprache zu sprechen ist heute, da alles in Beruf, Politik und Werbung Sprache ist, kein großes Problem. Andererseits: Weil sie so mächtig geworden ist, produziert sie nicht nur Information, sondern auch Desinformation (Stichwort: fake news)…

… ist nicht nur Kommunikation, sondern auch der Originalschauplatz von Manipulation und Konfrontation, hat nicht nur Macht, sondern fühlt sich gerne auch ohnmächtig.

Seit dem Turmbau zu Babylon gewinnt deshalb die Idee der Sprachregulierung immer wieder ihre Fans. Allein: Sie funktioniert (abgesehen von Fachsprachen) nicht wirklich: Weder in den Amtszimmern des Totalitarismus, noch auf den biodynamischen Feldern der postmodernen Sprachhygiene. Der Grund: Wer Sprache regulieren will, braucht dazu – Sprache. Auch wenn wir gerne die Herren der Sprache wären, wir (und unsere Großhirnrinden) sind und bleiben ihre Kinder.

Was freilich auch bedeutet: Wir können mit ihr wesentlich kindlicher und kreativer spielen als jeder Algorithmus und jede Künstliche Intelligenz. Anders ausgedrückt: Unser Blablabla ist eine feste Burg (aus Sand)!

© Bayern2, Nachtstudio, 2.2.2021

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