„Chöre in der Pop“ Musik Die einsamen Stars und die Chöre der Engel … Lesen … !!!
Katie Melua, Alicia Keys, Leonard Cohen – sie alle haben sich in ihren jüngsten Aufnahmen auf Chormusik zurückbesonnen. Aber im Pop der Gegenwart gibt es auch prekäre Formen von Mehrstimmigkeit.
von Ueli Bernays
Wenn wir Chöre hören, sehen wir Engel. Die ätherische Wucht der orchestrierten Stimmen durchdringt das Gemüt. Aber auch das Gewissen. Und wenn eine ewige Wahrheit oder eine frohe Botschaft wie ein Wolkenbruch aus diesem vokalen Ensemble schlägt, denken wir an heilige Abende und jüngste Tage. Im Chor, da bleibt die Welt im Lot. Und so steht er wie eine Heimat scheinbar ewig bereit für seine Heimkehrer.
Erstarkte Bürgerrechtsbewegung
Die afroamerikanische Sängerin Alicia Keys und auch der Rapper Common mögen sich in ihren weltlichen Karrieren weit hinausgewagt haben in die säkularen Zonen von Kunst oder Kommerz. Im Herbst der politischen Verunsicherung und im Zeichen von «Black Lives Matter» aber haben sie beide jüngst ein Album herausgebracht, das die Einheit der wiedererweckten Bürgerrechtsbewegung beschwören soll.
© NZZ, Feuilleton, 23.11.2016