In seinem Schaffen findet sich beides: spirituelle Einkehr und ekstatische Verausgabung. Charles Lloyd, geboren 1938 in Memphis, hat in seinem Spiel Einflüsse aus Jazz, Blues und Rock assimiliert und dabei zu einem Ausdruck von beinahe zeitloser Qualität gefunden.
Mit Bert Noglik
Bereits Mitte der sechziger Jahre genoss der Saxofonist und Flötist Kultstatus. Sein Quartett mit dem Pianisten Keith Jarrett wurde gleichermaßen auf den großen Jazzfestivals und in den Rocktempeln gefeiert. Auf einem ersten Höhepunkt seines Ruhms kehrte Charles Lloyd dem Konzertbetrieb den Rücken und verschwand meditierend in den Wäldern. Seit ihn Michel Petrucciani dazu bewegte, auf die Bühne zurückzukehren, entfaltet er seine Kreativität mit bewundernswerter Kontinuität.
© WDR 3, Jazz & World, 8.10.2018