Das Label „Care Of Editions“ bezahlt seine Fans für Downloads
Gary Schultz hat mit ‚Care Of Editions‘ ein Label mit einer Idee geboren, über die wir hier lesen und hören können. Sehr interessant ist schon sein Ansatz. Sehr langes und informatives Interview !!!
22„Antworten sind einfach. Fragen sind schwierig“
Meine Bekanntschaft mit Care of Editions nimmt ihren Ausgang an einer Stelle, die für dieses besondere Berliner Plattenlabel womöglich in der Tat eher untypisch ist: bei der Musik. Als mir im Frühjahr 2014 dessen erste Veröffentlichung in die Hände fiel, freute ich mich: Sie stellte sich heraus als die Neuveröffentlichung einer etwas obskuren, längst vergessen geglaubten CD, die mir vor vielen Jahren ans Herz gewachsen war, von Boris D. Hegenbart unter dem Namen „1/Tau“ damals im Selbstverlag produziert. An die Stelle ihres Originaltitels „Hikuioto“ und des speziellen Covers, das die archaische Materialität von handgeschöpftem Papier mit modernem Detail verknüpfte, waren nun ein neuer, zweigeteilter Titel getreten und ein Artwork, das sofort klarmachte, dass die Musik hier in einem ganz anderen Universum wiederkehrt. Jene sprach durchaus immer noch für sich. Leicht editiert fürs Vinylformat, nahmen die Stücke aus kleinen Feldaufnahmen, elementarer Elektronik und japanischen Stimmen, oft subtil rhythmisiert und in radikal pixeligem 9-kHz-Sound fast noch mehr gefangen wie 1997. Text: Peter Gebert
Musik von einer Label-Webseite herunterladen und dafür bezahlt werden? Gary Schultz arbeitet seit 2013 auf seinem Label „Care Of Editions“ nach genau diesem Prinzip. Das klingt skurril, ist aber nur ein medienwirksamer Aufhänger für ein Projekt, das weit mehr zu bieten hat. Im Interview erklärt Schultz, was wirklich dahintersteckt. Ein Gespräch über Standards in der Musikindustrie, das Gewicht von Transaktionen und über Musik. Denn natürlich geht es Schultz eigentlich um die.
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© Das Filter, SOUNDS – Text: Peter Gebert, Fotos: Benedikt Bentler