Von den großen Komponisten der Neuen Musik beeindruckt György Ligeti (1923-2006) zeitgenössische Jazzmusiker am meisten. Vor allem Pianistinnen und Pianisten beziehen sich auf ihn.
Darunter Kris Davis, Elliot Galvin, Aki Rissanen, Florian Ross. Deutlichsten Ausdruck fand das Jazz-Interesse an Ligeti im Werk des französischen Pianisten Benoit Delbecq, dessen Interview mit dem Komponisten (1998) weit verbreitet ist. Zentral für Jazzmusiker sind Klavier-Etüden aus den 80er-Jahren, mit denen sich Ligeti selbst wiederum auf Jazz bezieht. Bei „Fanfares“ zeigt er sich an Thelonious Monk interessiert, „Arc-en-ciel“ ist – nach seinen eigenen Worten – „fast ein Jazzstück“. Es soll laut Notentext „with swing“ gespielt werden und erinnert an „Time remembered“ von Bill Evans. Für den Pianisten Sebastian Sternal, einen Gesprächspartner in der Sendung, sind es vor allem zwei Aspekte, die ihn an Ligeti faszinieren: „Das Motorische und der Klang“.