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Der polnische Schriftsteller Adam Zagajewski

„Versuch’s, die verstümmelte Welt zu besingen“

Von Burkhard Reinartz

Adam Zagajewski verteidigt „das Recht auf Unendlichkeit“ gegen den nüchternen Zeitgeist, die „Notwendigkeit der Leidenschaft gegen das Diktat der Ironie“. Er fordert „Wildheit“ und den Mut, tiefgehende persönliche Erfahrungen auszusprechen. Nach den 9/11-Anschlägen macht das US-Magazin „The New Yorker“ mit Zagajewskis Gedicht „Versuch’s, die verstümmelte Welt zu besingen“ auf.

Geschichte und individuelles Schicksal bilden im Werk des Dichters eine untrennbare Schnittmenge. Alles ist in nur einem Augenblick möglich: Die toten Juden „fahren um die Wette Schlitten und werfen Schneebälle ans Fenster“, während „die Welt in meinen Mantel ein- und auskriecht wie in einen Ameisenhaufen“.

Adam Zagajewski, 1945 in Lemberg geboren, gilt heute als der wichtigste Lyriker Polens. Nach seiner Emigration lebt er in Berlin, Paris, Amerika und seit einigen Jahren wieder in Krakau. „Verteidigung der Poesie bedeutet, etwas verteidigen, was im Menschen steckt, nämlich die fundamentale Fähigkeit, das Wunderbare der Welt zu erleben und lange Momente im Staunen zu verharren.“

© Deutschlandfunk, Feature 2014

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