Radiotipps

Der Schlagzeuger Max Roach: „Percussion Bitter Sweet“

Heute Abend 22.05 Uhr WDR 3 „Jazz & World“

Percussion Bitter Sweet

Das Schlagzeugspiel war kreuzbrave Rhythmusarbeit gewesen;  mechanisch exakt lieferten populäre New Orleans Jazz und Swing-Drummer ihre vier gleichmäßigen Schläge ab, bevor Kenny Clarke undMax Roach im Bebop die Spieltechnik veränderten.

Von Kenny Clarke, dem Haus-Schlagzeuger in Minton’s Playhouse zur Zeit derBebop-Revolution, übernahm Max Roach (1924 – 2007) das Konzept, den Beat mit federnden Akzentuierungen auf dem großen Becken zu umspielen, und damit seinem Instrument neue Möglichkeiten zu erschließen. Roach sah sich als vollwertiges Mitglied der Frontline, nicht nur als Begleiter. Er schichtete Rhythmus über Rhythmus und unterstrich mit seinem stark reagierenden, kontrapunktischen Stil die melodische Struktur eines Stückes. Während er seine Soli so gestaltete, dass das zugrunde liegende Stück zu erkennen war, verwickelte er als Begleiter seine Mitspieler in musikalische Gespräche mit offenem Ausgang. Schnell ernteteRoach die verdiente Anerkennung und entwickelte sich zum einflussreichsten Schlagzeuger des modernen Jazz.
In den frühen 1960er-Jahren war er einer der ersten Jazzmusiker, der sich mit seiner Musik im Kampf gegen den Rassismus und für andere politische Belange engagierten. In WDR 3 Jazz & World präsentiert Hans W. Ewert Ausschnitte aus dem Album Freedom Now Suite, so wie aus Percussion Bitter Sweet undDeeds, not Words.