Der Schweizer Komponist Hermann Meier: Ein Monolith, quer zu seiner Zeit
Hermann Meier arbeitete als Dorfschullehrer und hörte doch nie auf zu komponieren, auch wenn ihm zu Lebzeiten der Erfolg weitgehend versagt blieb. Von Friederike Kenneweg.
Ein Schreibsüchtiger sei er gewesen, so heißt es über Hermann Meier. Unentwegt füllte er Schulheft um Schulheft mit seinen musikalischen Gedanken und skizzierte in Form von Grafiken seine ungewöhnlichen Flächen- und Cluster-Kompositionen. Beeindruckt von der Konkreten Kunst der 1950er-Jahre nannte er seine Kompositionspläne „Mondriane”. Doch im konservativen Musikbetrieb der 1940er- und 1950er-Jahre stieß er mit seiner Radikalität auf Unverständnis. Dennoch komponierte er stetig weiter, wenn auch für die Schublade. Seit 2009 befindet sich der Nachlass von Hermann Meier in der Paul-Sacher-Stiftung und wird nach und nach wiederentdeckt – auch im Konzert.
© Deutschlandfunk Kultur, Neue Musik, 21.5.2024